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Wohlfahrtseinrichtungen.

ganze  Kategorien  von  Arbeitern,  wie  Maurer  und  Erdarbeiter,  zur
Winterszeit  in  ihrem  Erwerbe  hindert.  Vor  allen  Dingen  bleibt  unter
diesen  Umständen  häufig  die  Ernährung  des  Kindes  hinter  den  Anforderungen
  der  Hygiene  zurück.  Nicht  selten  sieht  man  an  regnerischen
  oder  kalten  Dezembertagen  Kinder  zur  Schule  wandern,  welche
zu  Hause  kein  warmes  Frühstück  genossen  und  auch  kein  Frühstücksbrot
  in  der  Tasche  haben,  um  ihren  Hunger  bis  zur  Mittagszeit  zu
stillen.  Anderen  fehlt  es  sogar  an  einem  warmen  Mittagessen,  und
sie  genießen  dann  wohl  an  seiner  Stelle  ein  Stück  Brot  und  eine
Tasse  schlechten  Kaffee,  ja  sie  finden  sogar,  wenn  sie  von  dem  Schulunterricht
  nach  Hause  zurückkehren,  die  Tür  verschlossen,  da  Vater
und  Mutter  ihrer  Arbeit  nachgehen  und  erst  gegen  Abend  wiederkommen.
  Sie  müssen  dann  wohl  bei  Nachbarsleuten  um  Einlaß
bitten,  wenn  sie  die  rauhe  Witterung  am  Umhertreiben  auf  der
Straße  hindert.

Wie  für  diese  bedauernswerten  Kinder  die  in  vielen  Städten  eingerichteten
  Kinderhorte  sorgen,  ist  bereits  dargelegt  worden;  ihre
Wirksamkeit  kann  natürlich  nur  einen  kleinen  Teil  der  vorhandenen
Not  lindern  und  muß  durch  andere  Werke  der  barmherzigen  Liebe
ergänzt  werden.

Es  haben  sich  in  fast  allen  größeren  deutschen  Städten  Vereine
von  Menschenfreunden  gebildet,  um  die  Leiden  dieser  darbenden
Kinder  durch  Gewährung  von  Frühstück,  bestehend  in  Brot  und
warmer  Milch,  von  Mittagessen,  bestehend  in  Brot  und  einer  nahrhaften
  Suppe,  durch  Speisung  in  den  Kinderhorten  zu  lindern.  Als
Beispiel  möge  hier  auf  die  Tätigkeit  des  Frankfurter  Vereins  zur  Beschaffung
  von  Frühstück  hingewiesen  werden,  welcher  im  Winter
1901/02  in  23  Schulhäusern  täglich  1668  Kinder  mit  einem  Frühstück,
aus  Brot  und  warmer  Milch  bestehend,  verpflegt  hat.  Im  ganzen
wurden  an  95  Verabreichungstagen  148900  Portionen  abgegeben.
Die  Aufwendungen  des  Vereins  betrugen  in  dem  genannten  Winter
20  589,05  M.

In  anderen  Städten  hat  die  Kommune  selber  die  Kosten  für
diese  Verpflegung  der  Kinder  übernommen.  So  sagt  der  Jahresbericht
über  den  Stand  der  städtischen  Schulen  in  Mannheim  vom  Jahre  1902/03,
daf3  an  86  Verpflegungstagen  vom  1.  Dezember  bis  1.  April  mit  einem
Aufwand  von  19  207,80  M.  im  ganzen  2996  Kinder  täglich  mit  einem
Frühstück,  bestehend  aus  Milch  und  Brötchen,  versorgt  wurden.  In
Berlin  setzt  sich  der  „Verein  zur  Speisung  armer  Kinder  und  Notleidender“
  unter  anderem  die  Aufgabe,  Schulkindern  Frühstück  zu  ge-