8  Wohlfahrtseinrichtungen.

vom  30.  Januar  bis  zum  15.  März,  im  Winter  1896/97  vom  2.  Januar
bis  zum  28.  Februar  geöffnet  und  hatten  sich  eines  fleißigen  Besuchs
von  seiten  der  Kinder  zu  erfreuen.  In  den  zwei  folgenden  Wintern
1897/98  und  1898/99  wurden  sie  in  Anbetracht  der  milden  Witterung
nicht  geöffnet.  Indes  werden  in  jedem  November  alle  Vorkehrungen
dafür  getroffen,  daß  sie  beim  Eintritt  strenger  Kälte  den  Kindern
sofort  zur  Verfügung  gestellt  werden  können.“

Da  die  ärmeren  Schulkinder  oft  auch  bei  Regen  und  Schnee
mit  schadhaftem  Schuhwerk  und  daher  mit  durchnäßten  Füßen  zur
Schule  kommen,  so  ist  an  manchen  Orten  die  Einrichtung  getroffen
worden,  daß  ihnen  im  Schulzimmer  warme  Filzpantoffel  geliefert
werden,  damit  sie  die  durchnäßten  Schuhe  ausziehen  und  in  der
Nähe  des  Ofens  trocknen  können.

3.  Hygienische  Wohlfahrtseinrichtungen.

A.  Die  Schulärzte.  Unter  den  hygienischen  Veranstaltungen
im  Anschluß  an  die  Volksschule  besitzt  die  Anstellung  der  Schulärzte
die  allergrößte  Bedeutung.  Auch  diese  Einrichtung  datiert  ihrer
Entstehung  nach  aus  dem  letzten  Jahrzehnt.  Zwar  sind  häufig  auch
schon  früher  größere  oder  kleinere  Gruppen  von  Schulkindern  ärztlich
  auf  ihren  Gesundheitszustand  untersucht  worden;  es  handelte
sich  hierbei  meist  um  Prüfungen  der  Sehschärfe  oder  des  Gehörs,  um
Untersuchungen  des  Gebisses  oder  andere  Sondergebiete  der  Schulhygiene;
  aber  diese  gelegentlich  vorgenommenen  Untersuchungen
hatten  bisher  noch  nicht  zu  einer  dauernden  Institution  geführt,  durch
welche  der  gesamte  Gesundheitszustand  der  Schuljugend  regelmätiig
überwacht  werden  konnte.

Die  Entstehung  des  Instituts  der  Schulärzte  kann  nicht  besser
als  durch  die  Wiedergabe  des  Erlasses  des  Preußischen  Unterrichtsministers
  vom  18.  Mai  1898  geschildert  werden.  Dieser  Ministerialerlaß
  gibt  im  Auszuge  einen  von  den  Kommissaren  des  Ministers,
den  Herren  Geheimen  Ober-Regierungsrat  Brandi  und  Geheimen
Medizinalratt  Schmidtmann,  erstatteten  Bericht  über  die  Schularzteinrichtung
  in  Wiesbaden:

„Eine  im  Frühjahr  1895  durch  den  Magistrat  der  Stadt  Wiesbaden
  veranlaßte  ärztliche  Untersuchung  von  etwa  7000  Schülern  der
Volks-  und  Mittelschulen  ergab  bei  25  °/,  der  Untersuchten  körliche
  Gebrechen  und  gesundheitliche  Mängel,  ja  selbst  anstec’
Krankheiten  und  erwies  hiermit  die  praktische  Bedeutung  deı