Iiygienische  Wohlfahrtseinrichtungen.  13

pflichtigen  Alter  und  eine  zweckmäßige  Aufklärung  der  Bevölkerung
über  die  Bedeutung  dieses  Zweiges  der  Gesundheitspflege  wesentlich
zur  Verbesserung  des  Gesundheitszustandes  und  der  Leistungsfähigkeit
der  heranwachsenden  Generation  eines  Volkes  beitragen  würde.  Bisher
sind  bereits  die  Städte  Darmstadt  und  Essen  dem  Vorbilde  Straßburgs
  gefolgt.

B.  Schulbäder  und  Schwimmunterricht.  Unter  den  Badeeinrichtungen
  für  Schüler  nehmen  seit  dem  letzten  Jahrzehnt  die
Schulbrausebäder  die  wichtigste  Stelle  ein.  Auch  diese  segensreiche
  Veranstaltung  besteht  erst  seit  den  achtziger  Jahren  des
19.  Jahrhunderts  in  Deutschland,  und  es  gebührt  der  Stadt  Göttingen
der  Ruhm,  die  Idee,  zum  Wohle  der  Schuljugend  Badeeinrichtungen
in  der  Schule  selbst  anzulegen,  zuerst  verwirklicht  zu  haben.  Gegenwärtig
  haben  sehr  zahlreiche  größere  und  mittlere  Städte,  besonders
solche,  welche  eigene  Wasserleitung  besitzen,  die  Schulbrausebäder
eingeführt.  Bei  Neubauten  von  Schulhäusern  werden  die  entsprechenden
  Anlagen  regelmäßig  im  Plane  vorgesehen,  in  älteren  Schulhäusern
häuhg  durch  entsprechende  Umbauten  nachträglich  eingerichtet.  So
weit  es  dem  Verfasser  bekannt  geworden  ist,  besitzen  zurzeit  folgende
deutsche  Städte  Brausebäder  in  den  Räumen  der  Volksschulen:
Barmen,  Berlin,  Bielefeld,  Breslau,  Cassel,  Charlottenburg,  Chemnitz,
Cöln  a.  Rh,  Dortmund,  Erfurt,  Frankfurt  a.  M.,  Fürth,  Göttingen,
Halle,  Hamburg,  Hannover,  Jena,  Karlsruhe,  Kiel,  Königsberg  i.  Pr.,
Leipzig,  Lübeck,  Magdeburg,  Mainz,  Mannheim,  München,  Nürnberg,
Posen,  Schöneberg,  Straßburg  i.  E.,  Stuttgart,  Ulm,  Weimar,  Wiesbaden,
  Worms.  Das  Verzeichnis  kann  auf  Vollständigkeit  keinen  Anspruch
  erheben.

Die  Einrichtung  der  gewöhnlich  im  Kellergeschoß  des  Schulhauses
  befindlichen  Brausebadanlage  ist  im  allgemeinen  folgende:  Sie
besteht  aus  mindestens  zwei  Räumen,  dem  Auskleideraum  und  dem
Baderaum.

In  dem  Auskleideraum  befindet  sich  an  den  Wänden  eine  Anzahl
(ca.  30)  Zellen,  welche  entweder  unverschlossen  sind  oder  durch  einen
Vorhang  verschlossen  werden  können.  In  diesen  ziehen  sich  die  Kinder
aus  und  begeben  sich  dann  in  den  eigentlichen  Baderaum.  Dieser  hat
meist  Zementfußboden,  der  gewöhnlich  mit  Matten  oder  Hlolzrosten
belegt  ist.

Die  Badecinrichtung  besteht  ın  Brausen,  deren  Wasser  temperiertt
  werden  kann  (die  Kinder  benutzen  gewöhnlich  Wasser  von
25—.35  9  Celsius)  und  unter  denen  entweder  flache  Zinkwannen  auf-