Ilygienische  Wohlfahrtseinrichtungen.  75

an  dieser  segensreichen  Einrichtung  eine  allgemeine  ist,  und  daß  sich
die  Kinder  derselben  nicht  ohne  Grund  entziehen.

An  der  Ill.  Volksknabenschule  baden  in  einer  Woche  in  5
Stunden  5  Klassen  und  in  der  folgenden  Woche  in  4  Stunden  4  Klassen,
die  Stunden  sind  in  jeder  Woche  auf  3  Tage  verteilt.

Es  hat  sich  in  der  Praxis  herausgestellt,  daß  die  Badezeit  am
besten  auf  eine  Rechenstunde  gelegt  wird.  Durch  das  Kommen  und
Gehen  der  einzelnen  Gruppen  ist  für  keine  andere  Klasse  auch  nur
die  geringste  Störung  erwachsen,  ja  auch  für  die  eigene  Klasse  war
sie  ganz  minimal  und  fällt  wohl  ganz  außer  acht  gegenüber  dem
großen  Segen,  der  in  der  ganzen  Einrichtung  liegt.

Die  Schüler  bringen  an  dem  für  das  Baden  der  Klasse  bestimmten
  Tage  eine  Badehose,  ein  Handtuch  und  ein  Stückchen
Seife  mit.  So  sorgten  wir  nach  Möglichkeit  für  Anstand  und  Gründlichkeit
  der  Reinigung  und  verhüteten  nach  Kräften  eine  Übertragung
von  Hautkrankheiten  durch  das  Trockentuch.  Es  haben  sich  auch
tatsächlich  keine  nachteiligen  Erfahrungen  ergeben.

Auf  der  Oberstufe  fehlt  kein  Junge  beim  Baden;  am  liebsten
hätten  sie  mindestens  wöchentlich  eine  Badestunde.  Auch  auf  der
Mittelstufe  gehen  die  Kinder  gern  zum  Baden  und  beteiligen  sich  mit
geringen,  meistens  motivierten  Ausnahmen.  Hier  spricht  auch  zuweilen
  Vergessen  des  Badezeuges  mit.  Am  geringsten  ist  das  Interesse
  bei  den  Kleinen,  denen  es  naturgemäß  große  Mühe  macht,  mit
der  Garderobe  fertig  zu  werden.  Doch  überwinden  sie  die  anfängliche
  Scheu  bald,  und  es  ist  zwischen  den  Neulingen  und  den  Schülern
des  zweiten  Jahrgangs  schon  ein  bedeutender  Unterschied.

Es  ist  offenbar  und  hat  sich  klar  gezeigt,  daß  in  sanitärer  Bezichung
  wohltätige  Folgen  des  Badens  unausbleiblich  sind.  Aber
auch  für  die  geistige  und  sittliche  Entwicklung  der  Kinder  scheint  es
segensreich  zu  wirken,  und  irgend  welche  schädlichen  Moniente  und
nachteilige  Wirkungen  haben  sich  nicht  ergeben.“

So  weit  der  Bericht.  Wir  haben  hier  in  dem  Schülerbad  der
III.  Volksknabenschule  in  Magdeburg  eine  ältere  Änlage  dieser  Art
vor  Augen,  welche  sich  von  neueren  Brausebädern  schon  dadurch
unterscheidet,  dafs  bei  der  geringen  Zahl  der  zur  Verfügung  stehenden
  Wannen  unter  Umständen  nur  8Schüler  zugleich  baden  können,
daß  die  Auskleidezellen  fehlen  u.  dergl.

Neuere  Brausebadanlagen  treffen  für  die  Benutzung  durch  ganze
Klassen  zugleich  Vorkehrungen  und  bieten  den  Kindern  mancherlei
besondere  Bequemlichkeiten  und  Rücksichten.