18  Wohlfahrtseinrichtungen.

und  vom  10.  September  bis  31.  Dezember  täglich  durchschnittlich
73  Knaben  und  56  Mädchen.

Den  Brausebädern  reihen  sich  als  wichtige  hygienische  Einrichtung
  die  Frei-  und  Schwimmbäder  an.  Die  Anlage  und  Einrichtung
  aller  der  diesem  Badebetriebe  dienenden  Anstalten  richtet
sich  naturgemäß  nach  den  Wasserverhältnissen,  den  Bedürfnissen  und
der  Lage  der  Ortschaft,  deren  Schuljugend  diese  Veranstaltungen
zugute  kommen  sollen.  Freibaden  und  Schwimmen  wird  mit  besonderem
  Eifer  in  allen  Städten  gepflegt,  die  der  Seeküste  zunächst
liegen  und  selbst  Schiffahrt  treiben,  wie  Königsberg,  Danzig,  Kiel,
Hamburg,  Lübeck,  Bremen  u.  a.,  aber  auch  Städte  des  Binnenlandes
unterschätzen  den  sozialen  und  hygienischen  Wert  dieser  vortrefflichen
  Körperübung  nicht.  Breslau,  Frankfurt  a.  M.,  Hannover,  Elberfeld,
  Dresden,  Leipzig,  Chemnitz,  Remscheid,  Stuttgart,  Charlottenburg,
  Karlsruhe,  Magdeburg,  Krefeld  und  eine  Menge  kleiner  Orte
müssen  hier  mit  Anerkennung  genannt  werden.

Das  Verdienst,  die  Jugend  zum  Baden  im  kalten  Wasser,  in
Seen  und  Flüssen  oder  im  Meere  immer  von  neuem  angeregt  und
viele  vorzügliche  Badeanstalten  geschaffen  zu  haben,  gebührt  in  erster
l.inie  den  Schwimmvereinen.  Sie  haben  gewöhnlich  auch  zuerst  den
Unterricht  im  Schwimmen  selber  in  die  Hand  genommen,  erst  später
sind  dann  die  Stadtverwaltungen  mit  ihnen  in  Verbindung  getreten,
haben  sich  die  geschaffenen  Anlagen  im  Interesse  der  Schuljugend
zunutze  gemacht  und  die  Vereine  aus  ihren  Etatsmitteln  unterstützt.
In  einigen  Fällen  sind  dann  schließlich  auch  selbständige  Badeanstalten,
  besonders  Hallenbäder,  von  den  Gemeinden  angelegt  und
der  Schuljugend  zur  Verfügung  gestellt  worden.

Die  Teilnahme  der  Schulkinder  am  Freibaden  und  am  Schwimmunterricht
  ist  überall  freiwillig  und  meist  unentgeltlich.  In  Bautzen
allein  scheint  die  Teilnahme  gesunder  Schüler  an  dem  seit  1908
eingeführten  Schwimmunterricht  cine  obligatorische  Schuleinrichtung
zu  sein.*)

Um  dem  Leser  eine  Vorstellung  von  der  Art  und  Weise  zu
schen,  wie  das  Baden  und  Schwimmen  der  Schüler  an  deutschen
Volksschulen  betrieben  wird,  mögen  hier  einige  Mitteilungen  folgen.

Wie  sich  die  Neueinführung  der  Schwimmkurse  vollzieht,  zeigt
der  nachfolgende  Bericht  über  den  Schwimmunterricht  in  Danzig:

*,  Verfasser  verdankt  cliese  Notiz  wie  einige  andere  Angaben  in  den  Abschnitten

über  Schwimmen  und  Jugendspiel  freundlichst  zur  Verfügung  gestellten  schriftlichen  Mitteilungen
  des  Herrn  Oberturnwarts  Dr.  Luckow  in  Berlin.