Hygienische  Wohlfahrtseinrichtungen.  85

wurden  in  Barmen,  Berlin,  Bonn,  Braunschweig,  Breslau,  Hannover,
Magdeburg,  Osnabrück  und  Stuttgart  veranstaltet.

Da  diese  Kurse  fortgesetzt  und  andere  neu  eingerichtet  werden,
so  herrscht  gegenwärtig  kein  Mangel  an  geeigneten  Lehrkräften  für
die  Leitung  der  bestehenden  oder  neu  zu  eröffnenden  Jugendspiele
in  Deutschland;  allerdings  fehlt  es  besonders  in  großen  Städten  zuweilen
  an  den  geeigneten  Plätzen,  auf  denen  die  Spiele  abgehalten
werden  können.

Auch  hier  hat  nicht  selten  die  Tätigkeit  der  Vereine  oder  die
Freigebigkeit  einzelner  Bürger  die  Fürsorge  der  Gemeinden  für  die  körperliche
  Ausbildung  der  Schuljugend  angeregt  und  gefördert.  Die
Stadt  Königsberg  i.  Pr.  besitzt  zwei  ausgezeichnet  eingerichtete  und
verwaltete  Spielplätze,  einen  im  Nordwesten,  den  Walter  Simonplatz,
und  einen  im  Südwesten,  den  Jugendspielplatz  auf  dem  Nassen  Garten.
Den  ersteren  Platz,  und  mit  ihm  die  wirksamste  Anregung  zur  Förderung
  der  Jugendspiele,  verdankt  es  einer  Reihe  von  Schenkungen  des
Stadtrats  Dr.  W.  Simon,  deren  Betrag  sich  auf  nahe  an  100000  M.
beläuft.  Die  Übernahme  des  Platzes  erfolgte  bereits  am  1.  Oktober
18%,  doch  dauerte  die  völlige  Instandsetzung  desselben,  die  Anlegung
von  Rasenplätzen,  Buschpartien,  Retiraden,  Brunnen,  die  Befestigung
der  Wege,  die  Errichtung’  einer  Gerätehalle  u.  dgl.  noch  einige  Jahre.
Gegenwärtig  ist  der  Spielbetrieb  ein  äußerst  reger.  „Eine  wesentliche
  Förderung  haben  die  Jugendspiele  dadurch  erfahren,  daß  seit
1894  jeder  einzelnen  Schule  besondere  Spieltage  zugeteilt  werden.
Anfangs  b&gt;gnügte  man  sich  damit,  daß  während  der  Spielzeit,  die
im  Mai  und  September  von  d4—6l/,  Uhr,  im  Juni,  Juli  und  August
von  41/,—7  Uhr  und  im  Oktober  von  31/,—6  Uhr  liegt,  je  ein  Lehrer
oder  eine  Lehrerin  an  denjenigen  "Tagen,  die  der  betreffenden  Schule
als  Spieltage  zugewiesen  waren,  auf  den  Spielplatz  ging  und  die  Frequenz
  der  Spiclenden  feststellte.  Es  zeigte  sich  jedoch  bald,  dafs  gerade
  von  der  persönlichen  Mitwirkung  dieser  den  Kindern  bekannten
  Lehrkräfte  eine  wesentliche  Förderung  des  Spiels  zu  erwarten
stand.  Deshalb  traf  man  die  noch  bestehende  Einrichtung,  dat  die
Spiele  der  einzelnen  Schulen  an  den  ihnen  zugeteilten  Spieltagen  von
je  einer  Lehrkraft  der  betreffenden  Anstalt  gegen  die  übliche  Entschädigung
  geleitet  werden.  So  herrscht  denn  auf  dem  Jugendspielplatze
  ein  reges,  frisches  und  fröhliches  Treiben.  Jugendmut  und
Jugendkraft  werden  gestärkt  zum  \Wohl  der  heranwachsenden  Generation.“


Der  Stifter  des  Platzes  hat  sein  Verdienst  um  die  Schuljugend