%  Wohlfahrtseinrichtungen.

laufen  geboten.  In  München  werden  Eisbahnen  auf  den  Schulhöfen
angelegt,  in  anderen  Städten  Freikarten  zur  Benutzung  öffentlicher
Eisbahnen  an  Schulkinder  ausgegeben.  Die  Schlittschuhe  für  die
ärmeren  Kinder  werden  häufig  von  Vereinen  geliefert.

Die  Schülerausflüge  und  Wanderfahrten  mit  Gruppen  und
Klassen  von  Schulkindern  werden  an  einer  späteren  Stelle  Berücksichtigung
  finden,  da  sie  neben  dem  hygienischen  Zwecke  der  F.rholung
  und  körperlichen  Kräftigung  noch  andere  wichtige  Bildungszicle
  verfolgen.

4.  Andere  Wohlfahrtseinrichtungen.

Die  in  dem  folgenden  Abschnitt  dargestellten  Einrichtungen
haben  das  miteinander  gemeinsam,  daß  sie  die  Gesamtbildung
unserer  Schulkinder  erweitern  und  vertiefen  sollen,  und  zwar
verfolgen  einige  von  ihnen,  wie  die  Schülerfahrten  in  die  Umgegend,
die  Besuche  der  naturkundlichen  Sammlungen  und  Ausstellungen,  die
Besichtigungen  öffentlicher  Anlagen  und  Fabriken  mehr  den  Zweck,
den  Gesichtskreis  der  Kinder  im  allgemeinen  zu  erweitern,  während
die  in  den  Schulen  betriebene  Blumenpflege  die  Freude  an  der
Natur  beleben  und  die  künstlerischen  Veranstaltungen,  wie  Theatervorstellungen,
  Schülerkonzerte,  Besuche  der  Gemäldesammlungen
u.  dergl.,  der  ästhetischen  Weiterbildung  der  Kinder  dienen  sollen.

A.  Schülerfahrten.  Die  in  vielen  Gemeinden  von  Privatleuten,
  Vereinen  und  der  Gemeinde  selbst  veranstalteten  Ausflüge,
Wanderungen  und  Spaziergänge  von  Schülern  und  Schülerinnen
können  bis  zu  einem  gewissen  Grade  als  hygienische  Wohlfahrtseinrichtungen
  angesehen  werden.  Sie  tragen  zweifellos  dazu  bei,
die  körperliche  Frische  und  Leistungsfähigkeit  der  Kinder  zu  erhöhen
und  ihnen  den  Geschmack  an  ihre  Gesundheit  stählenden  Fußwanderungen
  in  Gottes  freier  Natur  einzuflößen.  Aber  ihr  Hauptwert  liegt
doch  nicht  auf  diesem  hygienischen  Gebiete;  sie  sind  besonders  für
die  Großstadtkinder  deshalb  ein  dringendes  Bedürfnis,  weil  sie  allein
ihnen  eine  Fülle  von  zum  Verständnis  des  Lebens  absolut  notwendigen
und  auf  keine  andere  Weise  zu  beschaffenden  Beobachtungen  und
Erfahrungen  darbieten.  Das  Großstadtkind  kommt  nur  zu  selten  aus
den  Reihen  der  hohen,  engbrüstigen  Häuser  hinaus,  welche  die
Wohnung  der  Eltern  und  die  Schulstube  beherbergen.  Es  ist  bereits
an  anderer  Stelle  darauf  hingewiesen  worden,  welch  eine  Menge  von
neuen  Eindrücken  auf  die  Stadtkinder  in  den  Ferienkolonien  cinstürmen;
  leider  kann  nur  ciner  kleinen  Minderzahl  unserer  vroß-