46  Wohlfahrtseinrichtungen.

Wasser  die  Badeanstalt,  weiterhin  das  Fort  Grimmerhörn.  Badekarren
  hocken  am  Strande.  —  Und  endlich  ist  Kugelbake  erreicht,
der  „nördlichste  Punkt  des  ganzen  westelbischen  Deutschland“.  Da
muß  jeder  hinauf!  Die  tiefe  Ebbe  gestattet  es,  bis  zur  „Bake‘  selbst
auf  dem  langen  Felsendamm  ins  Meer  hinauszutreten.  Hier  gedenken
wir  der  wechselvollen  Vergangenheit  des  eigenartigen  Bauwerks,  der
ersten  Aufrichtung  der  Bake  vor  170  Jahren,  ihrer  wiederholten
Zertrümmerung  durch  das  Meer,  ihrer  Beseitigung  zusammen
mit  allen  anderen  Seezeichen  1870,  ihrer  letzten  Neuerrichtung
1898.  —  Da  lenkt  wieder  das  gewaltige  Meer  den  Blick  auf  sich
zurück.  Wir  lugen  hinaus.  Ein  Lotsenschoner  kommt  ein,  ein
beschädigtes  (rotes)  Feuerschiff  wird  im  Schlepptau  hineinbugsiert.
Zwischen  dem  ersten  und  zweiten  Feuerschiff  liegt  eine  Lotsgaliote
vor  Anker.  Welch  eine  Menge  anderer  Seezeichen,  Baken,  Tonnen,
Bojen  über  die  weite  Wasserfläche  den  Weg  weisen!  Und  da  zieht
die  „Deutschland“  an  uns  vorüber!  Auf  dem  Deck  wimmelt  es  von
Menschen,  sie  winken  uns  mit  den  Tüchern,  wir  schwenken  Hüte
und  Mützen  und  senden  ihnen  die  letzten  Grüße  von  deutscher
Erde  zu.

Aus  Fort  Kugelbake  blicken  die  Rohre  deutscher  Kanonen
hervor.  Wir  haben  staunend  vor  der  großen  Kanonenbatterie
Kruppscher  Riesengeschütze  gestanden  und  mit  Bewunderung  bedacht,
  daß  diese  fürchterlichen  Waffen  von  über  10  m  Länge  ein
Zentnergeschoß  bei  einem  Pulververbrauch  von  über  300  Pfund  pro
Schuß  über  20  km  weit  zu  schleudern  vermögen!  Es  tat  unserer
Liebe  zu  Vaterstadt  und  Vaterland  wohl,  den  Eingang  in  unsere  Elbe
so  gesichert  zu  sehen.

Vom  Deiche  (nach  Duhnen)  schweifte  dann  unser  Blick  über
das  weite  Wattenmeer  bis  nach  Neuwerks  S00jährıgem  Leuchtturm.
Das  zurückgetretene  Meer  hatte  die  Watten  bloßgelegt.  Der  Neuwerker
  Postwagen  fuhr  hinüber,  ein  Lohnfuhrwerk  kehrte  zurück,
Badegäste  jedes  Alters  und  Geschlechts  vergnügten  sıch  damit,  barfuf
  im  seichten  Wasser  umherzuspazieren  und  nach  Krebsen,  Krabben
und  Algen  zu  greifen.  Flugs  nach  gegebener  Erlaubnis  waren  auch
der  Jungen  Stiefel  und  Strümpfe  von  den  Füßen  herunter,  die  Hosen
bis  über  die  Knie  aufgekrempelt  und,  das  Fußzeug  ın  den  Händen,
sing’s  bis  Duhnen  weiter  durch  das  Watt.

Hier  endet  der  Deich:  die  Geest  beginnt,  die  Düne  schützt  das
Land.  Wir  haben,  nachdem  wir  noch  einmal  vom  Seewasser  gekostet,
landeinwärts  uns  gewandt,  von  Duhnen,  wo  wir  das  „Hamburger