100  Wohlfahrtseinrichtungen.

Außerdem  sind  noch  16  kleine  botanische  Gärten  vorhanden,
welche  unweit  der  einzelnen  Schulgebäude  belegen  sind.  Für  Instandhaltung
  und  Beaufsichtigung  derselben  werden  alljährlich  im  ganzen
1465  M.  verausgabt.“

Der  Zentralschulgarten  unterstützt  den  botanischen  Unterricht
noch  auf  andere  Weise  als  durch  Lieferung  von  Pflanzen.  Die
Schüler  werden  von  ihren  Lehrern  klassenweise  in  den  Garten
geführt,  um  dort  im  Freien  oder  in  einer  Halle  ihre  Lektionen  zu
erhalten  oder  gewisse  im  Unterricht  vorbereitete  Beobachtungen
anzustellen.

Bei  den  erheblichen  Entfernungen  der  Großstadt  können  die
Schulen  natürlich  nur  selten  solche  botanischen  Ausflüge  veranstalten
und  müssen  sich,  wofern  ihnen  nicht  eigentliche  Schulgärten  in  unmittelbarer
  Nähe  der  Anstalt  selbst  zur  Verfügung  stehen,  mit  den
nicht  immer  wohlerhaltenen  und  durch  den  Transport  nicht  selten  an
Blüten  und  Blättern  schwer  beschädigten  Pflanzenexemplaren  begnügen,
welche  die  Zentralstelle  liefert.  Die  Betrachtung  dieser  Pflanzenleichen
  kann  natürlich  nur  einen  unvollkommenen  Ersatz  für  die  praktische
  Tätigkeit  im  Schulgarten  und  die  Pflege  lebender  Pflanzen
bieten.  Die  Gemeindeverwaltungen  sind  daher  auch  in  den  großen
Städten  eifrig  bemüht,  ihren  Schulen  wenigstens  bei  Neubauten  den
Vorteil  eines  Schulgartens  zuteil  werden  zu  lassen.  Leider  stehen
diesem  Bemühen  oft  nicht  unerhebliche  Schwierigkeiten  im  Wege.
Die  hohen  Bodenpreise  in  den  modernen  Großstädten  zwingen  die
Stadtverwaltungen,  sich  gerade  in  bezug  auf  das  Areal  des  Schulgrundstücks
  die  möglichste  Beschränkung  aufzuerlegen,  und  stellen
ihnen  unter  Umständen  nur  die  Alternative,  an  dem  Bewegungsraum
für  die  Schulkinder  in  den  Pausen,  dem  Schulhofe,  zu  sparen  oder
auf  den  Schulgarten  zu  verzichten.  Unter  diesen  Umständen  beschränkt
  man  sich  nicht  selten  auf  die  Bepflanzung  des  Schulhofes
mit  einigen  Laubbäumen  und  die  Anlage  schmaler  Rabatten  von
Gebüsch  an  den  Umfassungsmauern.  Auf  diese  Weise  können  die
Kinder  auf  dem  Hofe  wenigstens  Kastanie,  Akazie,  Eiche,  Platane
und  dgl.  und  einige  Straucharten  als  lebende  Exemplare  kennen
lernen,  aber  als  Ersatz  für  planmäßig  angelegte  Schulgärten  können
diese  Pflanzungen  natürlich  nicht  gelten.  Vielfach  bietet  der  Boden
selbst,  auf  dem  das  Schulhaus  steht,  erhebliche  Hindernisse  dar;  in
den  meisten  Fällen  ist  es  auch  schwer,  den  Schulgärten  auf  den  von
hohen  Mictskasernen  eingeschlossenen  Schulhöfen  großer  Städte  das
nötige  Sonnenlicht  zu  bieten.