Andere  Wohlfahrtseinrichtungen.  101

Trotz  dieser  Schwierigkeiten  sind  Städte  wie  München,  Dresden,
Leipzig,  Hamburg,  Wiesbaden,  Magdeburg,  Frankfurt  a.  M.  und  viele
andere  eifrig  bemüht  gewesen,  wenigstens  der  Mehrzahl  ihrer  Volksschulen
  Schulgärten  einzurichten.

Bei  allen  Werktagsschulbauten  in  München  wird  bestimmungsgemäß
  ein  Schul-  und  Küchengarten  von  ca.  50  qm  angelegt;  in
Dresden  besaßen  im  Sommer  19%01  bereits  18  städtische  Volksschulen
zum  Teil  recht  ansehnliche  Schulgärten.  Der  etwas  über  500  qm
große,  bereits  1891  angelegte  Schulgarten  der  dortigen  VI.  Bürgerschule
  kann  als  ein  gutes  Muster  derartiger  Anlagen  gelten.  Er
bildet  ein  Rechteck,  welches  die  für  den  Unterricht  wertvollsten
Pflanzengruppen  auf  besonderen  Beeten  vereinigt.  Da  sehen  wir
Feld-  und  Wiesenpflanzen  auf  einer  Anzahl  kleinerer  Quadrate  zusammengefaßt,
  dann  folgen  verschiedene  im  botanischen  Lehrplan
vorgeschriebene  Gewächse.  In  der  Mitte  des  Grundstücks  gruppieren
sich  um  die  Bassins  mit  der  Sumpf-  und  Wasserflora  Pflanzen,  welche
in  der  Technik  Verwertung  finden.  Besondere  Gruppen  bilden  die
Waldgehölze,  die  Schutt-  und  Hügelpflanzen,  die  Sträucher  mit
Beerenobst,  die  semüse  und  Küchenkräuter.  Auch  die  Alpenpflanzen,
Obstbäume  und  mancherlei  Zierpflanzen  sind  nicht  vergessen;  es  fehlt
auch  nicht  an  in  den  Boden  eingelassenen  Fässern  für  Regenwasser
und  Komposthaufen.  Die  Gartengeräte  sind  in  einem  besonderen
Pavillon  untergebracht.

Auf  die  Benutzung  des  Schulgartens  für  den  Unterricht  kann
hier  nicht  näher  eingegangen  werden.  Derselbe  wird  den  Schülern,
wenn  sie  zur  Bewirtschaftung  herangezogen  werden,  eine  zweckmäßige
und  willkommene  Gelegenheit  zur  Betätigung  ihrer  Schaffenskraft
besonders  in  der  Großstadt  bieten,  er  wird  ihnen  eine  Fülle  von
eigentlichen  botanischen  Kenntnissen  einschließlich  der  Pflanzenphysiologie
  in  anschaulicher  Weise  übermitteln,  er  wird  aber  auch
anderen  Lehrfächern  mancherlei  zweckmäßige  Anregungen  geben  und
Aufgaben  stellen.  Der  im  Garten  für  die  Wasserpflanzen  anzulegende
Teich  wird  Fische,  Frösche  und  Salamander  beherbergen  können.
Die  Schüler  werden  die  Entwicklung  dieser  Tierchen  aus  dem  Laich
verfolgen.  Die  Versuche,  durch  verschiedene  Düngungsmittel  das
Wachstum  der  Pflanzen  zu  befördern,  wird  die  Kinder  in  die  Grundgesetze
  der  Agrikulturchemie  einführen,  die  Ausmessung  und  Absteckung
  der  Beete  kann  zu  geometrischen  Aufgaben  Anlaß  bieten,
der  Springbrunnen  das  Gesetz  der  kommunizierenden  Gefäße,  der
Brunnen  das  Prinzip  der  Saugpumpe  veranschaulichen.  Die  Blatt-