Andere  Wohlfahrtseinrichtungen.  103

selbst  in  der  Lage  sind,  solche  zu  besitzen,  auf  städtische  Kosten
geliefert.  Die  Teilnahme  an  dem  Gartenbau,  der  nur  in  der  schulfreien
  Zeit  betrieben  wird,  steht  jedem  Knaben  frei.“  Für  Blumenpflege
  und  Gartenbau  sind  im  Etat  von  1903  5000  M.  vorgesehen.

Auf  die  besondere  Bedeutung  der  Anlage  von  Schulgärten  für
Hilfsschulen  und  Kinderhorte  ist  bereits  hingewiesen  worden;  ebenso
ist  der  Gemüsegarten  ein  unentbehrlicher  Bestandteil  der  Schulküchenanlage.


Wo  der  Mangel  an  Raum  oder  andere  ungünstige  Verhältnisse
die  Einrichtung  eines  Schulgartens  unmöglich  machen,  da  tritt  die
Pflege  von  Blumen  in  Töpfen  in  ihre  Rechte.  Auch  sie  ist  ein
wichtiges  Hilfsmittel  der  intellektuellen  und  ästhetischen  Jugendbildung.


Die  schöne  Sitte,  die  Klassenzimmer  mit  Blumen  auf  den
Fensterbrettern  zu  schmücken,  breitet  sich  auch  in  deutschen  Schulen
immer  mehr  aus,  und  Behörden  wie  Gemeinden  stehen  den  Bestrebungen,
  die  Blumenpflege  bei  den  Kindern  einzubürgern,  sehr
wohlwollend  gegenüber.

In  diesem  Sinne  spricht  sich  bereits  im  Jahre  1889  die  Resierung
  in  Düsseldorf  in  einer  Verfügung  vom  11.  September  aus.
Es  heißt  da:

„Unter  Bezugnahme  auf  die  diesseitige  Verfügung  vom  1.  April
dieses  Jahres  veranlassen  wir  die  Herren  Kreisschulinspektoren,
darauf  hinzuwirken,  daß  die  Lehrer  und  Lehrerinnen  Ihrer
Aufsichtsbezirke  der  Blumenpflege  durch  Schulkinder  um  der
veredelnden  Einwirkung  willen,  welche  von  einer  solchen  Beschäftigung
  der  Schüler  und  Schülerinnen  zu  erhoffen  ist,  ihre  tätige  Teilnahme
  zuwenden,  und  zu  dem  Ende  diese  Angelegenheit  zum  Gegenstande
  einer  Besprechung  auf  einer  der  nächsten  Lehrer-  und  Lehrerinnenkonferenzen
  zu  machen.  Wir  machen  dabei  darauf  aufmerksam,
daß  der  Schule  mancherlei  Mittel  zu  Gebote  stehen,  um  den  Schülern
und  Schülerinnen  Anregung  zur  Blumenpflege  zu  geben.  Dahin  gehört,
  daß  von  den  Lehrern  und  Lehrerinnen  in  den  Schulzimmern
Topfpflanzen  gezogen  und  die  Schulkinder  bei  der  Pflege  derselben
beteiligt  werden.  Es  empfiehlt  sich  ferner  auch,  auf  den  Schulhöfen
an  geeigneten  Stellen  Blumenbecte  anzulegen  und  bei  der  Instandhaltung
  derselben  die  Kinder  planmäßig  zu  beschäftigen.

Wenn  außerdem  die  L.ehrer  und  J.ehrerinnen  von  den  selbstgezogenen
  Pflanzen  Stecklinge  und  Samen  an  die  Schulkinder  von