I.  Historische  Übersicht.

Die  technischen  Hochschulen  Deutschlands  sind  Kinder  des
19.  Jahrhunderts.  Sie  haben  sich  mit  der  Entwicklung  der  Technik
aus  kleinen  Anfängen  zu  ihrer  heutigen  Bedeutung  und  Stellung  als
Stätten  der  Lehre  und  Forschung  entwickelt,  welche  die  Gesamtheit
der  vielgestaltigen  Gebiete  der  Technik  mit  ihren  grundlegenden  und
ergänzenden  Wissenschaften  umfassen.  Sie  sind  mit  den  wachsenden
Forderungen,  welche  die  Entstehung  der  meisten,  der  Ausbau  aller
Zweige  der  Technik  an  Wissen  ‚und  Können  ihrer  Jünger  stellte,
groß  geworden  und  haben  sich  ihnen  entsprechend  umgebildet.  Die
lebendige  Bezichung  zu  den  praktischen  Aufgaben,  die  in  immer
neuer  Gestalt  an  den  Ingenieur  herantreten,  das  Ineinandergreifen  der
technischen  und  der  Naturwissenschaften,  die  Beziehung  zu  den  großen
volkswirtschaftlichen  Fragen  lassen  auch  heute  Plan,  T.chrinhalt  und
Methode  an  den  technischen  Hochschulen  nicht  als  abgeschlossen  erscheinen,
  sondern  fordern  zunı  Gedeihen  und  zur  Frische  des  Organismus
  immer  aufs  neue  Erweiterung  und  Vertiefung.

Der  Entwicklung  der  technischen  Hochschulen  selbst  mußte  die
Schöpfung  und  der  Ausbau  vorbereitender  Anstalten  vorangcehen.
Der  Organisation  von  Realanstalten,  welche  zunächst  im  allgemeinen
der  Verbreitung  „gemeinnütziger  Kenntnisse“  dienen  sollten,  hat  sich
die  Errichtung  enger  begrenzter  Fachschulen  angeschlossen.  Solche
zu  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  errichtete  technische  Anstalten  hatten
dabei  sowohl  die  Ausbildung  der  Gewerbetreibenden  und  Mechaniker
wie  diejenige  der  Ingenieure  zum  Zwecke.  Daß  besonders  die  theoretische
  Vorbildung  der  letzteren  cine  ganz  anders  umfangreiche  und
tiefgehende  sein  mußte  als  die  der  ersteren,  sahen  die  Fachmänner
wohl  ein.  Solange  aber  eine  Schule  in  2---3  Jahreskursen  die  Ausbildung
  abschließen  sollte,  während,  um  die  Zwecke  der  Gewerbetreibenden
  und  Mechaniker  zu  erfüllen,  die  Aufnahme  von  Schülern
teilweise  in  sehr  jugendlichem  Alter  (in  der  Gewerbeanstalt  in  Berlin

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