4  Einleitung.

7.  B.  vom  12.  Jahre  an)  erfolgte,  mußte  entweder  die  Ausgestaltung
des  Unterrichts  für  einen  großen  Teil  der  Schüler  zu  schwer  oder
das  Ziel  im  ganzen  nur  niedrig  gesteckt  werden.  Damit  hing  dann
zusammen,  daß  die  Ausbildung  im  ersten  oder  in  den  ersten  Jahren
vielfach  den  Charakter  einer  Vorschule  trug.  Eine  weitere  Schwierigkeit
  lag  darin,  daß  für  die  Architekten  ein  Unterricht  in  den  rein
künstlerischen  Teilen  ihrer  Tätigkeit  neben  den  technischen  einherläuft,
  welch  letzterer  dem  Bauingenieur  nahe  steht,  während  der
erstere  auf  die  Kunstakadeniic  hinweist.

Und  doch  ließen  sich,  wie  die  Verhältnisse  in  Deutschland
zu  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  lagen,  die  verschiedenen  Lehrziele
  nicht  von  einander  trennen:  die  auf  höherer  Stufe  ausgebildeten
  Ingenieure  kamen  in  erster  linie  (besonders  infolge
der  Entwicklung  des  Verkehrswesens)  für  die  Bedürfnisse  des
Staates  in  Betracht,  weit  weniger  für  eine  erst  im  Entstehen
begriffene  Privatindustrie,  welche  damals  nur  eine  geringe  Zahl
von  Technikern  crforderte,  die  sich  selbständig  und  in  leitender
Stellung  betätigen  sollten.  Wo,  wie  in  Frankreich,  ein  großes,  einheitlich
  zusammengefaßtes,  in  Industrie,  Bergbau,  Kanalwesen,  Schiffbau
  usw.  hoch  entwickeltes  Land  die  Vorbildung  für  Studierende
aller  dieser  Zweige  und  die  der  Militäringenicurwissenschaften  dazu
an  eine  einzige  Schule,  die  F.cole  polytechnique  in  Paris,  verlegen
konnte,  da  war  es  möglich,  die  Anforderungen  an  die  Vorbildung
der  zugelassenen  Schüler  (welche  wie  noch  heute  aus  den  besten  des
l.andes  ausgewählt  wurden)  so  zu  steigern,  daß  der  Charakter  der
Hochschule  dadurch  von  selbst  festgelegt  war.  Wie  aber  konnten
kleinere  deutsche  Staaten  —-  Braunschweig,  Hessen,  Hannover  —  an
einer  besonderen  Schule  die  Ausbildung  von  Ingenicuren  auf  sich
nehmen,  von  denen  der  Staat  selbst  nur  wenige  bedurfte,  während  es
zweifelhaft  erscheinen  mochte,  ob  die  übrigen  außerhalb  desselben  im
Staats-  oder  Privatdienste  ihr  Wissen  für  sich  und  den  Staat,  der  sie
ausgebildet  hatte,  vorteilhaft  verwerten  konnten.

So  suchte  man  zugleich  mit  dem  Interesse  des  Staates  an  der
Ausbildung  von  Ingenieuren  auch  den  Interessen  von  Handel  und
Gewerbe,  welche  einer  großen  Zahl  mit  technischen  Kenntnissen  ausgrerüsteter
  \Werkmeister  und  Betriebsführer  bedurften,  mit  zu  genügen.

Erst  von  den  30er  Jahren  an,  als  die  Entwicklung  der  Maschinen-Industrie
  und  ihre  Anwendung  im  Bergwerksbetriebe,  in  den  verschiedenen
  Zweigen  der  Textilindustrie  immer  dringender  die  Notwendigkeit,
  sich  von  England  unabhängig  zu  machen,  ergab,  als