Historische  Übersicht.  19)

förderung  der  Nationalindustrie  verbunden  sein.  Als  eine  Art  Vorschule
  wurde  die  seit  1771  bestehende  Realakademie  damit  vereinigt,
bestehende  Sammlungen  von  Fabrikprodukten  einbezogen,  eine  kommerzielle
  und  eine  technische  Abteilung,  auch  für  Architekten  bestimmt,
wurden  eingerichtet.  Die  Verfassung  des  Institutes  stand  einer  llochschulverfassung
  weit  näher  als  in  Prag,  fast  unbeschränkte  l.ernfreiheit
wurde  gewährt;  die  Privilegien  der  Universitätsstudenten  (wie  Militärbefreiung,
  die  auch  in  Prag  gegeben  war)  galten  auch  für  die  Schüler
des  Institutes.  Die  Herausgabe  von  Jahrbüchern  wissenschaftlichen
Inhalts  bezcugst  die  Tätigkeit  des  L.ehrkörpers,  wie  denn  die  Errungenschaften
  der  Technik  mit  Eifer  verfolgt  wurden  —  so  hat  Precht!
die  erste  Gasbeleuchtung  in  Wien  eingeführt.  Dementsprechend
stand  das  Wiener  Institut  während  des  ersten  Drittels  des  Jahrhunderts
in  hohem  Ansehen,  und  es  waren  vielfach  dort  vorgebildete  Techniker,
  die  bei  Gründung  oder  Neuorganisation  der  deutschen  technischen
  Schulen  eine  führende  Rolle  spielten.

Auch  die  heutige  technische  Hochschule  in  Graz  kann  ihre  Entstehung
  bis  in  dieselbe  Zeit  wie  die  Prager  und  Wiener  zurückverfolgen.
Hier  hatte  Virzherzog  Johann  schon  1809  seine  Sammlungen  für  ein
zu  gründendes  Museum  bestimmt,  in  welchen  über  die  naturwissenschaftlichen
  Fächer  und  die  Technologie  l.chrkurse  gehalten  werden
sollten.  1814  wurde  das  „Joanneum“  cröffnet,  ohne  daß  jedoch  der
spezielle  Zweck  des  technischen  Unterrichts  so  ausschließlich  wie  in
Wien  oder  Prag  betont  worden  wäre.

In  Berlin  war  indessen  schon  1799  die  Bauakademie  geeründet
  worden.  Der  Zweck  der  Anstalt  war  „die  theoretische  und
praktische  Bildungs  tüchtiger  Feldmesser,  Land-  und  Wasserbaumeister,
auch  Bauhandwerker,  vorzüglich  für  die  königlichen  Staaten,  wobei
jedoch,  insoferne  es  ohne  Nachteil  der  Einländer  geschehen  kann,
auch  Ausländer  zugelassen  werden“.  Es  fehlte  also  hier  der  technologische
  und  chemische  Unterricht  durchaus,  der  Unterricht  in
Maschinenlehre  trat  ganz  zurück,  cbenso  der  höhere  mathennatische;
es  sollte  im  ganzen  eine  Schule  für  Baubeamte  (ohne  Trennung
zwischen  Architekt  und  Ingenieur)  sein.  Erst  1821  trat,  entsprechend
den  Anregungen  Hermbstädts,  die  Gewerbeakademie  unter  Beuth
ihr  zur  Scite,  in  welcher  besonders  der  Unterricht  in  Chemie,  Technologie
  und  Maschinenkunde  seine  Pflege  fand.  Allerdings  waren
gerade  bei  ihr,  besonders  zu  Anfang,  die  Forderungen  der  Vorbildungr
dem  Eintrittsalter  von  12  Jahren  entsprechend  schr  gering  (Schreiben
und  die  vier  Spezies).  Bald  traten  die  beiden  Berliner  Akademien