10  Einleitung.

in  näheren  Zusammenhang  (zeitweilig  durch  Personalunion  des
Dircktors)  uud  entwickelten  sich  unter  günstigen  Verhältnissen,  wenn
auch  zeitweise  der  künstlerische  Teil  des  architektonischen  Unterrichtes
von  der  Bauakademie  abgezweigt  und  an  die  Akademie  der  bildenden
Künste  verlegt  wurde.

Auch  andere  deutsche  Staaten  waren  in  den  zwanziger  Jahren
zur  Errichtung  von  höheren  technischen  Schulen  geschritten.  In
Bresden  wurde  1828  eine  „technische  Bildungsanstalt“  gegründet,
deren  Ziel  allerdings  zunächst  nicht  hoch  gesteckt  war;  als
charakteristisch  für  die  Stellung  solcher  Anstalten  zu  damaliger  Zeit
heben  wir  die  Bestimmung  hervor,  daß  die  aus  der  Schule  hervorgsegangenen
  Techniker  von  den  Beschränkungen,  die  sonst  der  Zunftzwang
  den  Handwerkern  und  Gewerbetreibenden  auferlegte,  befreit
sein  sollten.

In  München  treten  uns  die  Pläne  für  „eine  Hochschule,  welche
alle  technischen  Studien  umfassen  sollte“,  entgegen  in  einer  trefflichen
Denkschrift  Reichenbachs  und  Fraunhofers  aus  dem  Jahre  1823;
aber  erst  1827  kommt  die  Errichtung  einer  „polytechnischen  Zentralschule“
  in  München  unter  Utzschneiders  Leitung  zustande,  welche
im  Jahre  1833  in  drei  „polytechnische  Schulen“  in  München,  Augsburg
und  Nürnberg  aufgelöst  wurde.

In  dieselbe  Zeit  fällt  noch  die  Errichtung  der  Gewerbeschulen
in  Stuttgart  (1829—1832)  und  Darmstadt  (1836),  welch  letzterer
die  1826  geschaffene  Real-  und  technische  Schule  vorangegangen
war;  1832  wird  eine  Industrieschule  in  Zürich  eröffnet.  In  das
Jahr  1835  fällt  noch  die  Reorganisation  des  Collegium  Carolinum  in
Braunschweig,  die  eine  wesentliche  Erweiterung  und  Umwandlung
des  technischen  Untcerrichtes  an  der  Anstalt  mit  sich  brachte.

1831  wird  in  Hannover  die  „höhere  Gewerbeschule“  durch
den  aus  Wien  berufenen  Technologen  Karmarsch  organisiert.

Von  der  größten  Bedeutung  aber  für  die  folgenden  Jahrzehnte
war  die  Anstalt,  die  in  Karlsruhe  geschaffen  wurde.  IIier  bestand
schon  die  von  dem  Obersten  Tulla,  der  in  Paris  in  der  ccole
polytechnique  vorgebildet  die  Korrektionsbauten  des  Rheines  durchgeführt
  hatte,  geleitete  Ingrenieurschule.  Mit  dieser  vereinigte  man
1825  die  Bauschule  von  Weinbrenner  sowie  eine  private  Gewerbeschule
  in  Freiburg  zu  einer  polytechnischen  Schule,  der  ersten
in  Deutschland.  Eine  Vorschule  führte  zu  den  Kursen  einer
merkantilen  und  einer  technischen  Abteilung  über;  der  eigentliche
höhere  Unterricht  für  Ingenieure  und  Architekten  war  noch  davon