RAY  Der  L.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

theoretische  Ausbildung  des  Ingenieurs,  abgesehen  von  der  Klementarmathematik,
  unentbehrlich  die  „analytische  Geometric",  die  „darstellende
  Geometrie“  und  die  „Differential-  und  Intesralrechnung“.
Diese  Unterrichtsfächer  sind  dementsprechend  an  allen  technischen
Hochschulen  vertreten.

Spezialvorlesungen  über  höhere  Gebiete  werden  an  den  technischen
  Hochschulen  nur  in  sehr  geringem  Umfange  geboten.  Eine
Entwicklung  nach  dieser  Richtung  hin  wird  an  solchen  Hochschulen
nahe  liegen,  deren  allgemeine  Abteilungen  sich  mit  der  Ausbildung
künftiger  I.chrer  der  Mathematik  befassen.

Die  Hauptgebiete  der  angewandten  NMathematik  sind  an  den
technischen  Hochschulen  die  Mechanik  und  die  Geodäsie.

Die  Mechanik  ist  infolge  ihrer  grundlegenden  Bedeutung  für
fast  alle  Teile  der  technischen  Wissenschaften  das  zentrale  l.chrgebiet
aller  technischen  Unterrichtsanstalten.  Sie  ist  zugleich  wegen  ihrer
reichen  geschichtlichen  Entwicklung,  ihrer  vielgestalteten  sachlichen
Entfaltung  und  ihrer  zahlreichen  Beziehungen  zu  anderen  Wissenschaften
  als  cin  hervorragendes  Glied  in  den  Unterrichtsfächern  der
allgemeinen  Abteilung  anzusehen.  In  ihr  begegnen  sich  die  Interessen
des  Mathematikers  mit  denen  des  Naturforschers,  des  Technikers,  ja
des  Philosophen.

Den  Hauptichrzielen  unserer  Hochschulen  entsprechend  wird  vor
allem  derjenige  Zweig  der  Mechanik  kultiviert,  den  man  als
„technische  Mechanik“  bezeichnet.  Die  „reine  Mechanik",  wie  sie
gewöhnlich  in  den  Vorlesungen  über  analytische  Mechanik  zur  Darstellung
  gelangt,  formuliert  ihre  Probleme  gewöhnlich  nicht  so,  wie
sie  in  der  Natur  vorliegen;  sie  sicht  vielmehr  von  störenden  und
schwer  übersehbaren  Nebeneinflüssen,  welche  bei  mechanischen  Vorgängen
  der  Wirklichkeit  selten  fehlen,  ab  und  legt  dafür  alles  Gewicht
auf  eine  exakte  mathematische  T.ösung  des  vereinfachten  Problems.
Die  technische  Mechanik  darf,  um  den  Kontakt  mit  den  Problemen
der  technischen  Praxis  nicht  zu  verlieren,  in  solchen  Abstraktionen
nicht  so  weit  gehen,  wie  die  reine  Mechanik;  dafür  muß  sie  vielfach
Verzicht  leisten  auf  eine  exakte  Lösung  und  sich  mit  Näherungsbetrachtungen
  begnügen.  Das  bedeutet,  sofern  diese  Näherungsmethoden
  in  einer  wissenschaftlich  sicheren  Weise  ausgeführt  werden,
keinerlei  FEinbuße  für  die  Verwertbarkeit  der  Resultate  der  technischen
Mechanik.

Betrefls  der  Zugehörigkeit  der  Mechanik  zur  allgemeinen
Abteilung  bestehen  einige  Unterschiede  zwischen  den  verschiedenen