Die  allgemeinen  Abteilungen.  59

Bei  dem  Berichte  über  die  selbständigen  L.chrziele  der  allgemeinen
Abteilungen  sind,  wie  schon  öfters  angedeutet  wurde,  die  süddeutschen
Hochschulen  an  die  Spitze  zu  stellen.  Unter  ihnen  sind  diejenigen  in
München  und  Stuttgart  amı  weitesten  organisiert.

Die  Münchener  Hochschule  nennt  eine  größere  Reihe  selbständiger
  l.chrziele  ihrer  allgemeinen  Abteilung  (cf.  Programm  für
1902/03  5.  38  fl).  Besonders  hervorzuheben  ist,  daß  an  dieser  Hlochschule
  sich  die  Einrichtungen  zum  Betreiben  eines  vollen  Fachstudiums
in  folgenden  Fächern  finden:  Mathematik  und  Physik,  technische
Physik  (angewandte  Mathematik),  Chemie,  beschreibende  Naturwissenschaften.
  Es  handelt  sich  dabei  um  Ausbildung  von  Kandidaten  des
Lehramts  an  humanistischen  und  technischen  l.ehranstalten;  nur  bei
der  Ausbildung  der  „technischen  Physiker“  scheint  cin  bestimmter
künftiger  Beruf  von  vornherein  nicht  ins  Auge  gefaßt  zu  scin.

Die  technische  Hochschule  in  Stuttgart  hat  eine  funf-  bezw.
sechsseniestrige  Fachschule  für  Geodäten;  sie  bildet  ferner  Kandidaten
des  realistischen  Lehramtes  sowohl  mathematisch  -naturwissenschaftlicher
  als  auch  sprachlich-geschichtlicher  Richtung  aus.  Diese  l.chreinrichtungen
  stützen  sich  auf  die  in  der  württembergischen  Prüfungsordnung
  für  Kandidaten  des  realistischen  l.ehramtes  enthaltene  Bcstimmung,
  daß  von  der  für  das  Hochschulstudium  vorgeschriebenen
Zeit  sechs  Seniester  an  der  technischen  Hochschule  zugebracht  werden
dürfen.

Dat  die  Dresdener  Hochschule  eine  seit  Jahrzehnten  blühende
allgemeine  Abteilung  besitzt,  welche  sich  mit  der  Ausbildung  von
Kandidaten  des  höheren  I.chramtes  der  mathematisch  -physikalischen
und  der  chemischen  Richtung  befaßt,  wurde  schon  oben  angegeben.

Auch  die  Hochschulen  in  Karlsruhe  und  Darmstadt  haben
in  ihren  allgemeinen  Abteilungen  Einrichtungen  getroffen,  um  den
künftigen  I.ehrern  der  Mathematik  und  Naturwissenschaften  wenigstens
einen  Teil  ihrer  Fachausbildung  zu  vermitteln.  Die  Darnıstädter  Hochschule
  führt  außerdem  noch  cinige  weitere  L.chrziele  ihrer  allgemeinen
Abteilung  auf,  Geodäsie,  Forstfach  u.  a.

Auch  an  den  drei  technischen  Hochschulen  in  Preußen  ist  die
Frage  der  Ausbildung  von  I.chrern  in  der  Mathematik  und  den
Naturwissenschaften  in  den  letzten  Jahren  eine  lebendige  geworden.
Durch  die  seit  1898  gültige  Prüfungsordnung  für  das  höhere  I.chramt
in  den  genannten  Fächern  ist  es  den  Studierenden  gestattet,  von  den
geforderten  sechs  Studienhalbjahren  drei  an  einer  technischen  Hochschule
  zuzubringen.  Allerdings  ist,  wie  es  scheint,  bisher  nur  erst