110  Der  J.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

werden  und  in  ihnen  Übungen  stattfinden.  Alsdann  wird  eine  Beschneidung
  der  vorbereitenden  Fächer  -—-  im  besonderen  der  Physik,
Chemie  und  der  rein  mathematischen  Disziplinen  —  nicht  zu  umgehen
sein,  wenn  man  nicht  dazu  übergeht,  einen  Teil  dieser  L.ehrgebicte,
im  besonderen  Physik  und  Chemie,  auf  die  Mittelschulen  —  auch  die
humanistischer  Richtung  —  zu  verweisen  oder,  falls  letzteres  unmöglich,
  F.inrichtungen  schafft,  wie  sie  Stuttgart  bereits  heute  in  der
verschiedenen  Behandlung  der  Abiturienten  von  Real-  und  humanistischen
  Anstalten  besitzt.  Auch  dürfte  bei  der  dauernd  sich  enweiternden
‚inwendung  der  übersichtlichen,  sich  selbst  kontrollierenden  graphischen
Berechnungsmethoden,  eine  erhebliche  Einschränkung  der  reinen
Mathematik  durchaus  möglich  sein,  ohne  die  wissenschaftliche
}löhe  des  Studiums  herabzudrücken.  Eine  solche  Einschränkung
wird  nicht  hindern,  daß  für  besondere  Wünsche  Finzelner  mathematische
  Vorlesungen  über  das  Normalmaß  hinausgehend  abgehalten
werden.

Was  den  I.chrbetrieb  innerhalb  des  Hauptstudiums  der
Bauingenieur-Wissenschaften  anbelangt,  so  sei  kurz  hervorgehoben,
daß  zur  Erläuterung  der  Vorträge  stets  von  Skizzen  Gebrauch  gemacht
  wird,  welche  der  Vortragende  während  der  Vorlesung  zur
Yrklärung  seiner  Ausführungen  an  der  Wandtafel  entwickelt.  Indem
diese  Skizzen  von  den  Studierenden  —-  während  des  Vortragces  oder
nachher  —  abgrezeichnet  werden,  erhalten  letztere,  davon  abgeschen,
daß  ihnen  das  Gehörte  besser  verständlich  wird,  eine  schr  erwünschte
Fertigkeit  im  Skizzieren.  Größere  Baulichkeiten,  deren  Darstellung
entweder  schwierig  oder  während  der  Vorlesung  mit  einem  zu  großen
Zeitverlust  verbunden  sein  würde,  werden  meist  in  fertiren  \andtafeln
  vorgeführt  oder  durch  Modelle  erläutert.  I.etztere  in  besonderen
—  den  Studierenden  zu  bestimmten  Zeiten  zugänglichen  —  Sanım-Jungsräumen
  oder  auf  den  Gängen  zu  stetem  Selbstunterricht  aufgestellt,
  nicht  selten  auch  zur  Anleitung  beim  Entwerfen  in  den
Übungssälen  untergebracht,  bilden  zweckmäßige  und  nicht  zu  entbehrende
  Mittel  des  Unterrichts.  Als  solche  sind  ferner  Umdrucke
von  Tabellen,  Skizzen  usw.  zu  nennen,  welche  den  Studierenden  meist
unentgeltlich  zur  Verfügung  gestellt  werden  und  vorwiegend  Konstruktionsnormalien,
  besonders  empfehlenswerte  Einzelheiten,  größere
Gresamtanordnungen  u.  dergl.  darstellen.

Nur  selten  findet  bei  den  Vorlesungen  cin  Projektionsapparat
Verwendung;  seine  Nutzbarmachung  dürfte  sich,  um  den  Vortrag
nicht  oberflächlich  zu  gestalten,  höchstens  zur  Darstellung  größerer