11?  Der  l.chrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

mäßigkeit  der  letzteren  Einrichtung  bei  rein  wissenschaftlichen  I.chrrebieten
  -——-  wie  z.  B.  der  Statik  der  Baukonstruktionen  —  deshalb
verschiedener  Meinung  sein  kann,  weil  hier  bei  Parallellage  und
innigem  Anschlusse  von  Vortrag  und  Übung  sich  ein  besseres  Verstehen
  des  Vortrages  erzielen  läßt,  so  dürfte  bei  rein  praktischen
Fächern  der  Vorteil  der  Anordnung  außer  Frage  stehen;  wird  doch
der  Studierende,  welcher  das  Gebiet  bereits  beherrscht,  verschiedene
l.ösungen  eines  Entwurfes  finden,  sie  auf  ihre  Zweckmäßigkeit  gegeneinander
  abwätren  können  und  somit  seine  Aufgabe  vertiefen.  Wird
der  Grundsatz  der  Nachfolge  der  Übungen  durchgeführt,  so  verbleiben
für  das  letzte  der  Diplomhauptprüfung  vorangehende  Semester  nur
noch  wenige,  nicht  mit  Übungen  verbundene  Vorträge,  während  die
lHauptzeit  durch  Konstruktionsübungen  ausgefüllt  wird,  die  jetzt  umso
wertvoller  sind,  da  der  Studierende  sein  ganzes  Fachgebiet  kennt.

Einen  integrierenden  Teil  des  Studiums  bilden  kleinere  Exkursionen
  und  größere  Studienreisen,  von  denen  die  ersteren  in  der
Regel  in  die  nähere  Umgebung  gehend  während  des  Semesters,  die
letzteren  zur  Pfingstzeit  oder  am  Schlusse  des  Sommersemesters  zur
Ausführung  gelangen.  Während  die  kleineren  Exkursionen  die  Studierenden
  in  Baubetriebe,  Gewinnungsstätten  von  Baumaterialien,
Konstruktionswerkstätten,  zu  Bauausführungen  aller  Art  usw.  führen,
werden  auf  den  größeren,  10—14  Tage  dauernden  Studienreisen  —
meist  unter  Führung  mehrerer  Professoren  hervorragendere  Bauwerke
  der  Ingenicurkunst  -—  sci  es  im  Bau,  sci  cs  nach  ihrer  Fertiestellung
  —  besichtigt  und  größere  Werke  im  besonderen  solche
der  Eisenindustrie  —  besucht.  In  der  Regel  werden  zu  den  Studienreisen,
  um  eine  allzugroße  Anzahl  von  Teilnehmern  zu  vermeiden,  nur
die  bereits  im  Hauptstudium  stehenden  Studierenden  der  höheren
Semester  zugelassen.

IV.  Die  Prüfungen.

Die  Prüfungen  —  soweit  sie  akademischer  Art  -  sind  an  den
nieisten  der  Bauingenieur-Abteilungen  seit  neuerer  Zeit  ziemlich  gleichartie
  geordnet  und  im  allgemeinen  den  betreffenden  Studienplänen
angepaßt;  in  München  sind  z.  Z.  neue  Prüfungsbestimmungen  in  Vorbereitung.
  Die  Prüfungen  bestehen  überall  aus  einer  normal  nach
dem  vierten  (in  Dresden  nach  dem  fünften,  Semester  abzulegenden
Diplom-Vorprüfung,  und  einer  das  Studium  abschließenden  Diplont-Hauptprüfung.
  Die  Prüfung  selbst  ist  in  der  Regel  mündlich,  in