118  Der  I.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  lachgebieten.

können.  Die  Erläuterung  des  Vortrages  durch  Projektionsbilder  ist
wenig  üblich,  trotzdem  sich  solche  dann  empfehlen,  wenn  es  sich
z.  B.  um  die  Vorführung  von  größeren  Bauausführungen  in  ihren
einzelnen  Stadien  handelt.

Die  Übungen  im  Zeichensaale  stehen  in  innigem  Zusammenhange
  mit  den  Vorlesungen:  das  in  diesen  Vorgetragene  wird  bei  der
Ausarbeitung  von  in  der  Regel  einfachen,  aber  stets  der  Praxis  entlehnten
  oder  angeschmiegten  Entwürfen  zur  tunlichst  vielseitigen  Anwendung
  gebracht.  Der  Studienplan  wird  daher  möglichst  so  cingerichtet,
  dat5  die  Vorlesungen  den  Übungen  vorangehen.  Auch  der
Umfang  der  Übungen  muß,  wenn  das  Vorgetragene  zur  tunlichst
ausgiebigren  Verarbeitung  kommen  soll,  in  einem  angemessenen  Verhältnisse
  zu  dem  Umfange  der  Vorlesungen  stehen.  Wie  aus  Anlage
  II,  4)  hervorgeht,  ist  dieses  Verhältnis  an  den  einzelnen  Hochschulen
  ein  schr  verschiedenes.  Es  darf  als  erstrebenswert  hingestellt
werden,  daß  den  Übungen  mindestens  die  gleiche  Stundenzahl  eingeräumt
  werde  als  den  Vorlesungen.

In  den  Übungen  wird  allenthalben  der  größte  \Wert  darauf
gelegt,  den  Studierenden  zum  selbständigen  Entwerfen  anzuleiten.
So  unbestreitbar  es  ist,  daß  dieses  Ziel  umso  besser  erreicht  wird,  je
weniger  Hilfsmittel  in  Gestalt  von  Vorlageblättern  ausgeführter  Bauwerke
  oder  von  Teilen  solcher  den  Studierenden  in  die  Hand  gegeben
werden,  so  können  doch  erfahrungsgemäß,  namentlich  bei  einer  sehr
großen  Zahl  von  Teilnehmern  an  den  Übungen,  Vorlageblätter,  die
in  geschickter  Weise  für  die  Zwecke  der  Übungen  besonders  zusammengestellt
  sind  und  den  Studierenden  verabfolgt  werden,  diesen
in  hohem  Grade  anregen  und  fördern,  ohnc  seiner  Selbständigkeit
und  erfinderischen  Tätigkeit  Abbruch  zu  tun.  Jedenfalls  wird  überall
darauf  gesehen,  daß  dort,  wo  Vorlageblätter  zur  Anwendung  kommen,
diese  den  Studierenden  nicht  zum  mechanischen  Abzeichnen  verleiten.
a  im  übrigen  gerade  in  den  Übungen  die  Persönlichkeit  der  leitenden
Dozenten  zum  Ausdrucke  kommt,  so  ist  es  klar,  daß  die  Handhabung
derselben  eine  große  Mannigfaltigkeit  aufweist  und  von  einem
Schematismus  weit  entfernt  ist.  Nur  ist  allen  Hochschulen  der  weitere
Grundsatz  gemeinsam,  durch  gleichzeitige  Stellung  verschiedener  Aufsaben
  oder  durch  Forderung  verschiedener  l.ösungen  im  Rahmen
ein  und  derselben  Aufgabe  den  einzelnen  zu  tunlichst  selbständigem
Arbeiten  zu  erziehen.  —  Die  Behandlung  der  Zeichnungen  ist  in  der
Regel  eine  solche,  daß  neben  vollständiger  zeichnerischer  Durchführung
  mit  ausführlicher  rechnerischer  Begründung  auch  Darstellungen