Der  Wasserbau.  119

in  Blei  auf  Millimeterpapier  für  Einzelheiten  und  Ergänzungen  sowie
für  die  letzten  Studienblätter,  zu  deren  vollständiger  Ausführung  ces
an  der  erforderlichen  Zeit  fehlt,  als  genügend  angeschen  werden.
Dabei  wird  es  den  Befühigteren  bei  ausreichender  Zeit  anheimgegeben,
etwaige  größere  Entwürfe  durch  besondere  Berichte  zu  erläutern.

Den  Professoren  sind  in  der  Regel  zur  Unterstützung  bei  den
Übungen  Assistenten  beigegeben.  Au  den  preußischen  Hochschulen
stellt  man  für  je  30  Studierende  1  Assistenten  an.  An  den  anderen
Hochschulen  ist  dieser  Grundsatz  nicht  allenthalben  durchgeführt:
zum  Teil  aus  Mangel  an  Mitteln,  zum  Teil  auch  wegen  der  Schwierigkeit
passende  Assistenten  zu  gewinnen,  d.  h.  solche  Persönlichkeiten,  die
über  dic,  hier  unerläßliche  praktische  Erfahrung  verfügen.

Die  Exkursionen  bezwecken  eine  Ergänzung  der  Vorlesungen
und  Übungen  durch  die  Anschauung  ausgeführter  und  besonders  in
der  Ausführung  befindlicher  Bauten,  wodurch  das  Verständnis  für
dieselben  wesentlich  gefördert  wird.  Das  gilt  insbesondere  für  den
Flußbau.  Dieser  Zweck  wird  namentlich  dann  erreicht,  wenn  ın
besonderen  Vorlesungen  die  zu  besuchenden  Objekte  besprochen  und
wenn  die  Studierenden  zum  Skizzieren  an  Ort  und  Stelle  veranlaßt
werden.  Besonders  empfehlenswert  ist  es,  darauf  zu  halten,  dafs
durch  einen  aus  den  Teilnehmern  gebildeten  Ausschuß  cin  Exkursionsbericht
  nebst  Skizzen  ausgearbeitet  und  durch  Umdruck  vervielfältigt
wird.

Leider  ist  die  für  solche  Exkursionen  zur  Verfügung  stehende
Zeit  cine  schr  knapp  bemessene,  sodaß  sie  entweder  auf  einzelne  Tage
oder  Nachmittage  beschränkt  werden  oder  bei  größerer  Zeitdauer  in
die  Pfingstwoche  bezw.  an  den  Schluß  des  Sommersemesters  gelegt
werden  müssen.

Die  Errichtung  wasserbaulicher  Versuchsanstalten  ist  cine
Errungenschaft  des  letzten  Jahrzehnts,  das  deshalb  in  der  Entwicklungsgeschichte
  der  deutschen  technischen  Hochschulen  eine  besondere
Bedeutung  gewonnen  hat,  weil  in  ihm  die  Erkenntnis  sich  Bahn  brach,
daß  eine  wesentliche  weitere  Förderung  der  Wissenschaft  und  Kunst
des  Ingenieurs  ohne  die  Unterlage  experimenteller  Forschung  nicht
zu  erwarten  ist.

Für  die  Übungen  in  den  wasserbaulichen  Versuchsanstalten
  konnte  bis  jetzt  in  den  Studienplänen  der  Hochschulen
Dresden  und  Karlsruhe  eine  besondere  Zeit  nicht  vorgeschen  werden,
da  ohne  eine  anderweitige  Beschränkung  hierdurch  die  Belastung  der
Studierenden  eine  zu  große  werden  würde.  Sie  erscheinen  daher