120  Der  l.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

nicht  in  den  Studienplänen.  Man  beschränkt  sich  vielmehr  an  den
beiden  eben  genannten  Hochschulen  darauf,  daß  insbesondere  die
Vorlesungen  im  Flußbau  durch  Demonstrationen  in  den  Flußbaulaboratorien
  unterstützt  werden.  Auch  werden  im  Anschlusse  an
die  Vorlesungen  Koeffizientenbestimmungen  für  Überfälle  usw.  im
Beisein  und  unter  der  Mitwirkung  der  Studierenden  vorgenommen.

Neben  diesen  Flußbaulaboratorien  besitzen  Berlin  und  Dresden
je  ein  größeres  Versuchsbecken  zur  Bestimmung  des  Schiffswiderstands
und  Kichung  hydrometrischer  Instrumente.  Eine  Anlage  kleineren
Maßstabes  nur  für  den  letzteren  Zweck  ist  schon  längere  Zeit  mit
der  Münchener  Technischen  Hochschule  verbunden.  Diese  Anlagen
werden  sowohl  der  Praxis  als  auch  den  Unterrichtszwecken.  nutzbar
gemacht.  —

Über  den  Studiengang  im  Wasserbau  an  den  einzelnen  Hochschulen
  gibt  die  Anlage  II  eingehende  Auskunft.  Anlage  I  enthält
in  graphischer  Darstellung  einige  aus  Anlage  II  abgeleitete  Zusammenstellungen,
  deren  nähere  Erklärung  sich  verüberflüssigt.

In  einzelnen  sei  zur  Erläuterung  der  Anlage  IH  auf  folgende
Punkte  hingewiesen:  daß  Aachen,  München  und  Stuttgart  mit  den
wasserbaulichen  Lehrfächern  bereits  im  2.  Studienjahre  beginnen,  ist
darauf  zurückzuführen,  daß  bereits  im  ersten  oder  im  Anfange  des
zweiten  Studienjahres  die  nötigen  Vorkenntnisse  in  Mathematik,
Mechanik  und  Baukonstruktion  erworben  werden.  Die  Hydraulik
wird  meistens  sowohl  in  der  technischen  Mechanik  als  auch  an
passender  Stelle  in  den  Fachvorträgen  behandelt;  nur  in  Berlin,
Darmstadt  und  Karlsruhe  erscheint  sie  als  besondere  Vorlesung.

Bemerkenswert  sind  die  in  Darmstadt  eingeführten  Vorlesungen
„Ausgewählte  Kapitel  des  Wasserbaues“.  Der  Stoff  wird  in  jedem
Semester  gewechselt,  z.  B.:  Scehäfen,  Schiffshebewerke,  Panama-  und
Nikaragua-Kanal,  die  preußische  Kanalvorlage,  der  Nord-Ostsee-Kanal,
wobci  auch  die  wirtschaftlichen  Fragen  cine  eingehende  Behandlung
erfahren.

Endlich  sei  darauf  hingewiesen,  daß  man  der  Wasserwirtschaft
mehr  und  mehr  die  ihr  gebührende  Bedeutung  in  den  Studienplänen
einräumt:  so  sind  an  den  drei  preußischen  Hochschulen  hierfür  und
für  den  landwirtschaftlichen  Wasserbau  (Kulturtechnik)  in  den  letzten
Jahren  besondere  Lehrstühle  geschaffen  worden.

Engels.