1.30  Der  I.chrbeirieb  in  den  einzelnen  Fachgebieien.

die  Entwicklungszeit  der  Gewerbeakademie.  Sie  begann  1821  als
„technische  Schule“,  1827  als  „Gewerbeinstitut“  ihre  Tätigkeit,
die  zunächst  eine  sehr  beschränkte  war  und  von  der  die  Maschinenlchre
den  unbedeutendsten  Teil  bildete.  Bezeichnenderweise  lag  der  Schwerpunkt
  des  Fachinteresses  auf  Gebieten  der  Baukunst.

Aus  dieser  gewerblichen  Unterrichtsanstalt  erwuchs  aber  die  umfassende
  höhere  technische  T.chranstalt  für  das  gesamte  Maschineningenieurwesen
  und  für  den  Schiffbau  in  dem  Maße,  als  an  die
Stelle  der  bloßen  technologischen  Beschreibung  die  wissenschaftliche
  Behandlung  der  Maschinengebiete  treten  konnte,  und  an  diese
Richtungen  schloß  sich  erfolgreich  die  chemisch-technische  Richtung
einschließlich  Eisenhüttenkunde  an.  Krst  durch  die  innere
wissenschaftliche  Entwicklung  des  Maschineningenieurwesens  wurde
die  Gewerbeakademie  reif,  mit  der  älteren,  wissenschaftlich  viel  früher
entwickelten  Bauakademie  zur  gemeinsamen  technischen  Hlochschule
  vereinigt  zu  werden.  Dafß  diese  Vereinigung  nicht  schon  viel
früher  vollzogen  wurde,  hat  denselben  innern  Grund:  die  fehlende
wissenschäftliche  Entwicklung  eines  Hauptgebictes  des  Maschinenwesens.


Der  Begriff  der  technischen  Hochschulen  war  bis  in  die  70er  Jahre
ganz  unklar.  Für  die  Vereinigung  der  älteren  Staatsbauschulen  und
Kunstschulen  mit  den  jüngeren,  noch  nicht  entwickelten  Gewerbeschulen
  war  die  Zeit  noch  nicht  gekommen,  denn  die  Jüngeren  Zweige
waren  tatsächlich  zum  Teil  zu  wissenschaftlicher  Behandlung  noch
gar  nicht  geeignet  und  befanden  sich  überwiegend  auf  der  ticfen  Stufe
bloßer  enzyklopädischer  Beschreibung.  Das  Vorbild  der  Universitäten
mit  ihren  Geistes-  und  Naturwissenschaften  konnte  noch  in  keiner
Weise  maßgebend  sein;  ihre  Bemühungen  in  der  Richtung  des
technologischen  Unterrichtes  waren  zu  erfolglos  gewesen,  um  auf  die
weitere  Entwicklung  Finfluß  ausüben  zu  können.  Somit  fehlte  der
innere  Zwang  für  die  Vereinigung.  Den  bloß  äußerlichen  Gründen
nach  Vereinigung  standen  viele  wewichtige  äußere  Ilindernisse
entgegen,  insbesondere  das  historisch  Gewordene.  So  jung  auch  alle
Richtungen  der  Ingenieurerzichung  waren,  das  zufällig  Gewordene
stand  doch  jeder  Vereinigung  entgegen,  vor  allem  der  Zuschnitt  der
Bauakademic  ausschließlich  auf  die  Bedürfnisse  des  Bauwesens  und
auf  die  staatlichen  Prüfungsvorschriften,  dem  gegenüber  die  in  der
Gewerbeakademie  vertretene  Richtung  durchaus  als  mindenwertig
angesehen  wurde.  Sie  war  es  auch  auf  vielen  Gebieten  ihrem  innern
Wesen,  wie  dem  l.chrbetriebe  nach.  Die  Einführung  der  Lern-  und