134  Der  l.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

Neu  organisiert  wurden  die  Übungen  im  I.aboratorium  für  Elektromechanik
  und  Elektrotechnik,  die  Übungen  im  physikalischen  1.aboratorium,
  die  Übungen  in  Mechanik,  Matcrialienkunde  und  Materialprüfung
  und  die  Übungen  im  Maschinenlaboratorium.  Letztere  verfolsen
  einen  doppelten  Zweck:  cinmal  sollen  sie  als  Vorbereitung
für  den  fachwissenschäftlichen  Unterricht  zu  Beginn  des  Studiums
dienen,  um  in  der  Beobachtung  und  Beurteilung  verwickelter  Vorgänge
  richtig  zu  schulen;  zum  anderen  sollen  sie,  am  Schluß  des
fachwissenschaftlichen  Studiums,  die  Studierenden  an  der  Hand
umfassender  Maschinenuntersuchungen  in  das  Wesen  wissenschaftlicher
  Beobachtung  und  Berechnung  einführen.  Durch  diese  neuen
Laboratorien  und  Übungen  erfuhr  die  lWochschule  eine  für  ihre
wissenschaftlichen  Aufgaben  höchst  wichtige  Erweiterung.  Zur  Unterbringung
  der  Laboratorien  mußten  umfangreiche  Neubauten  angelegt
werden,  und  bei  der  zunehmenden  Frequenz  der  Abteilung  für
Maschineningenieurwesen,  welche  bis  über  2060  Hörer  stieg,  wurde
ein  Erweiterungsbau  erforderlich  und  neben  dem  Hauptgebäude
errichtet.  Hand  in  Hand  mit  dieser  Umgestaltung  und  der  Erweiterung
des  Lehrapparates  mußte  die  Vervollständigung  der  l.chrstellen  gehen.
Während  der  eigentliche  Maschinenbau  früher  nur  2  I.ehrstellen
erforderte,  bestehen  gegenwärtig  hierfür  7  etatsmäßige  Professuren,
zu  denen  außerdem  4  Lehrstellen  für  Elektrotechnik  hinzugekommen
sind,  sodaß  gegenwärtig  in  der  Abteilung  für  Maschineningenieurwesen
  allein  11  ctatsmäßige  Professoren,  19  nichtetatsmäßige  Professoren,
  Dozenten,  Privatdozenten  und  Konstruktions-Ingenieure  und
81  Assistenten  wirken.

Im  wesentlichen  kann  die  Richtung  des  Unterrichts  in  seiner
jetzigen  Ausgestaltung  und  im  Gegensatz  zu  dem  anfänglich  eng
begrenzten  Wirkungskreise  etwa  durch  Folgendes  gekennzeichnet
werden:

Die  Ausbildung  für  den  Staatsbaudienst  ist  nach  wie  vor
eine  der  wichtigsten,  aber  nicht  die  überwiegende  Aufgabe  der
Hochschulen;  dem  Unmfange  nach  ist  sie  von  geringer  Bedeutung,
da  nur  ein  geringer  Bruchteil  der  Studierenden  sich  dem  Staatsbaudienste
  zuwenden  kann.  Im  Maschinenbaufach  beträgt  die  Zahl  der
Regierungsbaumeister,  die  tatsächlich  im  Staatsdienst  verbleiben,  etwa
2  Prozent  der  Studierenden.  In  Chemie  und  Hüttenkunde  entfällt
diese  Richtung  vollständig.  Somit  ist  für  die  Hochschule  die  Ingcnieurausbildung
  für  die  Schaffensgebicte  außerhalb  des  Staatsdienstes
  die  Hauptaufgabe  geworden.