1306  Der  l.chrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

weisen  zu  wollen,  sondern  nur  in  einigen,  in  diesen  aber  in  gründlichster
  Weise.

Nur  das,  was  der  Studierende  als  Können  sein  Eigen  nennt,
hat  für  diese  Ausbildung  Wert.  Das  Wissen  allein  genügt  in  keiner
Weise  für  die  Ingenieurkunst,  die  immer  eine  gestaltende,  cine
schaffende  ist.  Somit  liegt  der  Schwerpunkt  des  Unterrichts  in  den
Übungen.  Fachwissenschaftliche  Einsicht  und  richtige  Gestaltung
durch  selbständige  Übung  kennen  zu  lernen,  ist  das  Ziel.  Deshalb
ist  die  weitsrchende  Ausbildung  der  Übungen  an  den  Hochschulen
uncrläßlich,  wie  sie  übrigens  auf  den  Gebieten  der  Chemie  und  der
medizinischen  Wissenschaften  immer  die  Regel  war.

Da  es  unmöglich  ist,  alle  Studierenden  in  der  Richtung  der
Anwendung  fachwissenschaftlicher  Einsicht  und  der  richtigen  Gestaltung
  der  Ingenicurarbeit  für  gegebene  Bedingungen  auszubilden
und  weil  andererseits  für  cine  beschränkte  Zahl  von  Studierenden,
fall;  sie  wissenschaftlich  begabt  sind,  noch  in  enger  begrenzten
Richtungen  ein  Betätigungsfeld  vorhanden  ist,  so  haben  die  Maschinenbau-Abteilungen
  auch  solche  Ausbildung  vorgeschen,  bei  der  die
eigentliche  Konstrukteur-Schulung,  also  die  gestaltende  Tätigkeit,
zwar  nicht  verschwindet,  aber  nicht  die  Hauptsache  bleibt,  dafür  jedoch
die  rein  wissenschaftliche  Untersuchung  auf  dem  Wege  der  Laboratoriumsforschung
  oder  die  wirtschaftliche  Überlegung  in  den  Vordergrund
  tritt.  Dies  ist  der  Sinn  der  Ausbildung  von  Laboratoriumsingenieuren
  und  Verwaltungsingenieuren.  Diese  sollen  nicht
gestaltende  Konstrukteure  sein,  sondern  Mitarbeiter  an  wissenschaftlichen
  Aufgaben,  Forscher  und  sachkundige  Verwalter  bei  den  vielseitigen
  Aufgaben  der  Industrie  und  der  technischen  Verwaltungen.

X.  Riedler.