148  Der  L.ehrbetrieb  in  den  einzelnen  Fachgebieten.

letzten  Jahre  in  richtiger  Würdigung  der  zu  leistenden  Arbeiten  stets
das  Ziel  erfolgreich  angestrebt  worden,  nur  solche  Personen  zum
Unterricht  heranzuziehen,  welche  längere  Zeit  konstruktiv  und  verantwortlich
  in  ihrem  Fache  tätig  gewesen  waren.  Auf  solche  \Veise
allein  ist  es  möglich,  die  Ausbildung  der  Studierenden  auf  technischen
  Gebieten  den  Bedürfnissen  des  Staates  und  besonders  des
modernen  Wirtschaftslebens,  wie  es  sich  in  der  dauernd  aufstrebenden
Privatindustrie  kennzeichnet,  anzupassen.

Die  Abteilung  für  Schiff-  und  Schiffsmaschinenbau  der  Königlichen
  Technischen  Hochschule  zu  Berlin  umfaßt  heute  4  etatsmäßige
Professuren  mit  zusammen  5  cetatsmäßigen  ÄAssistentenstellen,  2  nebenamtlich
  besetzte  Dozenturen  und  1  Privatdozentur.  Die  etatsmäßigen
Professuren  sind:  1.  die  Professur  für  Theorie  und  Entwerfen  von
Schiffen,  2.  die  Professur  für  praktischen  Schiffbau,  3.  die  Professur
für  Schiffsmaschinenbau,  4.  die  Professur  für  Maschinenlehre  und
Maschinenelemente.  Die  beiden  genannten  nebenamtlich  besetzten
Dozenturen  beziehen  sich  auf  eine  Dozentur  für  Konstruktion  der
Kriegsschiffe  und  eine  Dozentur  für  Einrichtungen  der  Kriegsschiffe.
Die  Privatdozentur  beschäftigt  sich  mit  der  Klassifikation  der  Schiffe.

Wie  schon  der  Name  der  Abteilung  besagt,  zerfällt  dieselbe  in
zwei  Fachrichtungen,  in  die  Fachrichtung  des  Schiffbaues  und  in  die
Fachrichtung  des  Schiffsmaschinenbaues.  In  Übereinstimmung  mit
anderen  Abteilungen  der  Technischen  Hochschule,  ist  auch  bei  der
Schiffbauabteilung  das  Prinzip  maßgebend,  den  Unterricht  in  einem
4jährigen  Studium  zum  Abschluß  zu  bringen.  Diesem  4jährigen
Studium  hat  ein  praktisches  Arbeitsjahr  im  Schiffbau,  oder  im  Schiffsmaschinenbau,
  je  nach  der  Fachrichtung,  welche  der  Studierende
sich  wählt,  vorauszugehen.  Außerdem  sind  die  auf  sämtlichen
preußischen  Hochschulen  maßgebenden  Vorbedingungen  für  die  Immatrikulation
  als  Studierender  zu  erfüllen.

Die  beiden  ersten  Jahre  des  Hochschulstudiums  sind  vorwiegend
den  allgemeinen  Fächern  gewidmet.  Der  Studierende  hat  in  diesen
beiden  vorbereitenden  Jahren  Vorlesungen  und  Übungen  in  der  Physik,
der  höheren  Mathematik,  der  Mechanik,  der  darstellenden  Geometrie,
der  Chemie,  der  Maschinenlehre  zu  besuchen  und  mit  Rücksicht  auf
die  großen  Schwierigkeiten  auf  diesem  Gebiete,  gleich  vom  ersten
Semester  ab,  mit  dem  Zeichnen  und  Entwerfen  von  Schiffen  zu  beginnen.


Im  zweiten  Studienjahre  finden  die  genannten  Vorlesungen  ihre
Fortsetzung  bezw.  ihren  Abschluß;  hinzu  treten  aber  Vorlesungen  und