VUI.  Hüttenwesen  und  Bergbau.

Aus  dem  Berichte  über  die  Bergakademien  ist  ersichtlich,  daß
die  Entstehung  dieser  l.ehranstalten  dem  Bedürfnisse  einer  Spezialausbildung
  der  Beamten  des  Bergbaues  und  der  Hüttenbetricbe
entsprungen  ist.  Zweifellos  erfüllten  die  ersten  Einrichtungen  dieser
Anstalten  die  ihnen  gestellten  Aufgaben  in  durchaus  befriedigender
Weise.  Hervorragend  tüchtige  Berg-  und  Hüttenleute  sind  aus  ihnen
hervorgegangen,  welchen  auch  das  Ausland  und  besonders  die  Vereinigten
  Staaten  einen  nicht  unbeträchtlichen  Anteil  an  der  Entwicklung
  des  Berg-  und  Hüttenwesens  zu  danken  haben.

Etwa  bis  zur  Mitte  des  vergangenen  Jahrhunderts  blieben  sie
die  einzigen  Erziehungsanstalten  sowohl  für  Berg-  wie  für  Hütteningenieure.
  Seit  dieser  Zeit  erschienen  auch  in  den  Lehrplänen  der
damaligen  Gewerbeakademien  (z.  B.  Berlin),  später  auch  der  polytechnischen
  Schulen  und  endlich  der  technischen  Hochschulen  Vorlesungen
  über  Hüttenkunde  und  Übungen  in  metallurgischen  Arbeiten.
Heute  bilden  die  technischen  Hochschulen  Deutschlands  mehr  Hüttenleute
  aus  als  die  Bergakademien,  und  unter  ersteren  hat  die  technische
Hochschule  Aachen  einen  hohen  Prozentsatz  Studierender  auch  des
Bergfaches  angezogen.

Die  Gründe  für  diese  Einwanderung  besonders  der  Studierenden
des  Hüttenwesens  auf  die  technischen  Hochschulen  sind  ungemein
lehrreich  und  sollten  aufmerksamster  Beachtung  besonders  heute
gewürdigt  werden,  wo  die  scit  cinigen  Jahren  zuerst  auf  der
technischen  Hochschule  zu  Aachen,  dann  auch  von  dem
Verein  deutscher  Eisenhüttenleute  energisch  betriebenen  Bestrebungen
  zur  Reform  des  metallurgischen  Unterrichtswesens
der  Verwirklichung  entgegen  schen.  Die  Gründe  sind  um  so  lehrreicher,
  als  der  Zug  der  Metallurgen  nach  den  technischen  Hochschulen
erfolgte,  trotzden  auf  den  Bergakademien  das  Hüttenwesen  selbst
während  der  letzten  20  Jahre  durch  eine  größere  Zahl  von  Lehrkräften
  vertreten  war,  als  an  den  technischen  Hochschulen.  Auch
die  Bedeutung  der  an  den  Bergakademien  tätigen  l.ehrer  der  Hüttenfächer
  stand  derjenigen  der  an  den  technischen  Hochschulen  tätigen