Hüttenwesen  und  Bergbau.  157

auf  den  technischen  Hochschulen  auf  wenigstens  fünfzehn  L.chrkräfte
verteilt.

Nachdeni  die  Besuchsstatistik  der  an  der  Ausbildung  der  Hüttenleute
  sich  beteiligenden  technischen  Hochschulen,  unter  denen  Berlin
und  Aachen  die  erste  Stelle  einnehmen,  klargestellt  hatte,  wie  hoch
die  Lerngelegenheiten  der  technischen  Hochschulen  von  den  Studierenden
  des  Hüttenwesens  geschätzt  wurden,  hat  auch  das  königliche
Unterrichtsministerrum  nicht  länger  gezögert,  mit  einem  weiteren
Ausbau  dieser  Unterrichtsfächer  vorzugchen.  Es  geschah  dies  auf
Antrag  der  Abteilung  für  Berg-  und  Hüttenwesen  und  Chemie  zunächst
  in  Aachen  an  der  technischen  Hlochschule  der  durch
ihre  Montan-  und  Metallindustrie  hervorragenden  Provinzen
Rheinland  und  Westfalen.  Im  Jahre  1897  wurde  die  damals
einzige  Professur  (Dürre)  für  das  gesamte  Hüttenwesen  in  zwei
Professuren  geteilt,  eine  für  Eisen-  (seit  1901:  Wüst),  die  andere  für
Metallhüttenwesen  (Borchers).  Außer  dem  bestehenden  Probicrlaboratorium
  wurde  1898  cin  provisorisches  Iaboratorium  für  Elcktrometallurgie
  errichtet.  Im  Jahre  IWO  begann  der  Bau  eines  großen
neuen  Instituts  für  Metallhüttenwesen  und  Klektromctal-Jurgie,
  welches  im  Herbst  19%2  in  Benutzung  genommen  werden
konnte,  und  es  steht  nun  der  Bau  eines  noch  größeren  Laboratoriums
  für  Eisenhüttenwesen,  Metallographie  und  mechanische
  Metallprüfung  zu  erwarten.  Im  Jahre  1906  wird  die  technische
  Hochschule  Aachen  voraussichtlich  Einrichtungen  besitzen,  wie
sie  für  den  Unterricht  in  gesamten  Hlüttenwesen  ihresgleichen  suchen.

Natürlich  werden  dann  auch  die  technischen  Hochschulen  Berlin
und  Breslau  zeitgemäße  Neueinrichtungen  für  den  metallurgzischen
Unterricht  erhalten.

Mit  Rücksicht  auf  dieses  Entwicklungsstadium,  in  welchem  sich
der  metallurgische  Unterricht  gegenwärtig  befindet,  wird  eine  Krörterung
  der  bisherigen  I.chrpläne  wenig  Interesse  mehr  besitzen;  cs
seien  daher  die  Grundzüge  der  neuen  Studienpläne  kurz  besprochen,
für  welche  provisorische  Prüfungsvorschriften  bereits  erlassen  sind.

Das  Studium  des  Hüttenwesens  zerfällt  hiernach  in  ein  etwa
zweijähriges  mathematisch-physikalisch-chemisches  Vorstudium
  in  Verbindung  mit  der  Einführung  in  das  Maschinenwesen,
und  in  ein  ebenfalls  zweijähriges  spezielleres  Fachstudiun.
Während  die  Vorstudien  für  Hüttenleute  aller  Richtung  die  gleichen
sind,  gehen  in  den  eigentlichen  Fachstudien  die  Kisenhüttenleute
  und  die  Metallhüttenleute  verschiedene  Wege.