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den  Studierenden  vom  Tage  seines  Eintrittes  in  die  Anstalt  an  und
unter  möglichster  Ausnutzung  der  ihm  zu  Gebote  stehenden  Zeit,  für
die  Aufgabe  vorzubereiten,  der  er  sein  l.cben  widmen  will,  nämlich
die  Anwendung  der  chemischen  Wissenschaft  auf  alle  Zweige  des
gewerblichen  Lebens.

Es  mag  von  vornherein  betont  werden,  daß  die  an  den  technischen
  Hochschulen  wirkenden  Lehrer  ausnahmslos  der  Ansicht
huldigen,  daß  die  zweckmäßigste  Vorbereitung  eines  Chemikers  für
die  Industrie  nur  auf  der  Basis  einer  breiten  wissenschaftlichen  Grundlage
  erfolgen  kann.  Eine  Spezialisierung  des  chemischen  Unterrichtes
nach  bestimmten  gewerblichen  Fächern  erschien  somit  ganz  ausgeschlossen.
  Eine  solche  ist  die  Aufgabe  der  in  immer  größerer  Zahl
begründeten  Fachschulen,  welche  schon  bezüglich  der  Vorbildung,
die  sie  von  ihren  Schülern  erfordern,  auf  cinem  ganz  anderen  Boden
stehen.  Die  technischen  Jlochschulen  verlangen  heute  von  ihren
Studierenden  das  höchste  Maß  der  Vorbildung  an  Mittelschulen,  d.h.
die  Maturität  eines  Gymnasiunıs,  Realgymnasiums  oder  einer  Oberrealschule.
  Mit  dieser  Forderung  legen  sie  sich  selbst  die  Verpflichtung
  auf,  ihren  Schülern,  cbenso  wie  die  Universitäten  es  tun,
den  vollen  Reichtum  der  von  ihnen  gelehrten  Wissenschaften  zu  crschließen
  und  jede  Hlalbheit  zu  vermeiden.  Aber  wir  wissen  heute,
daß  ein  wissenschaftlicher  Unterricht,  wenn  er  Umwege  vermeiden
will,  verschiedene  Bahnen  einzuschlagen  hat,  je  nachdem  er  den
Schüler  zu  eigenem  Forschen  befähigen  oder  zur  Anwendung  von
Forschungsergebnissen  erziehen  will.  Das  letztere  ist  die  Aufgabe  der
technischen  Hochschulen.  Für  die  Erfüllung  dieser  Aufgabe  handelt
es  sich  weniger  um  die  Einführung  ncuer  Lehrficher  in  den  Lehrplan
  als  um  die  Art  und  Weise,  wie  die  seit  langer  Zeit  als  notwendig
  erkannten  Jlauptfächer  dieses  Lehrplanes  gelehrt  und  vorgetragen
  werden.  Die  Differenzierung  des  Unterrichtes  der  technischen
  Hochschulen  von  demjenigen  der  Universitäten,  wie  sie
bereits  begonnen  hat  und  sich  in  der  Folge  immer  klarer  ausbilden
wird,  besteht  darin,  daß  der  zukünftige  Industrielle  von  Aufang  an
auf  die  in  jeder  exakten  Wissenschaft  vorhandenen  praktischen  und
wirtschaftlichen  Gesichtspunkte  hingewiesen  wird.  Die  rein  theorctischen
  Fragen  und  insbesondere  der  hypothetische  Teil  der  Theorie,
welcher  dazu  bestimmt  ist,  der  Wissenschaft  neue  Bahnen  zu  erschließen,
  braucht  an  den  technischen  Hochschulen  nicht  mit  Stillschweigen
  übergangen  zu  werden,  aber  er  bedarf  andererseits  auch
nicht  der  breiten  Behandlung,  die  ihm  mit  Unterdrückung  praktischer