I.  Königl.  Preußische  technische  Hochschule  zu  Berlin.

1.  Geschichtliche  Übersicht.

Die  Königl.  technische  Hochschule  zu  Berlin  ist  aus  der  Bauund
  Gewerbeakademie  hervorgegangen.

Die  Bauakadcemie  wurde  im  Jahre  1799  ins  Leben  gerufen,
um  tüchtige  Feldmesser,  I.and-  und  Wasserbautechniker,  die  zuvörderst
im  preußischen  Staatsdienst  oder  für  die  Zwecke  privater  baugewerblicher
  Tätigkeit  Anstellung  und  Beschäftigung  suchten,  theoretisch  und
praktisch  auszubilden.  Auch  die  Interessen  der  Bauhandwerker  zu
fördern,  war  sie  berufen.  Diese  Bauakademie,  die  im  Etatsjahr  1801/02
49  Studierende  hatte,  war  ursprünglich  eine  Baubeanitenschule,  die
auf  kleiner  Unterlage  ruhte  und  einen  nur  bescheidenen  \Virkungskreis
sich  zu  sichern  vermochte;  sie  ist  jedoch  die  zeitlich  erste  Anstalt
dieser  Art  in  Deutschland  gewesen  und  als  typisch  zu  bezeichnen.
Vorübergehend  wurde  sie  mit  der  Akademie  der  Künste  verschmolzen.
Da  sich  jedoch  bald  die  Erkenntnis  ergab,  daß  diese  Institute  ihre
Sonderaufgaben  besser  getrennt  zu  erfüllen  geeignet  seien,  wurde  von
einer  dauernden  Verbindung  beider  Anstalten  Abstand  genommen  und
die  Staatsregierung  leitete  seit  dem  Jahre  1824  mannigfache  Versuche
zur  ferneren  selbständigen  Ausgestaltung  und  Erweiterung  der  Bauakademie
  cin.  Diese  Zicle  verfolgte  namentlich  Beuth,  als  er  1831
eine  Reorganisation  der  Anstalt  vornahm,  der  nun  die  Bezeichnung
„Allgemeine  Bauschule“  beigelegt  wurde.  Als  solche  bestand  sie  bis
zum  Jahre  1848,  dann  erhielt  sie  wiederum  ihren  ursprünglichen  Namen
„Bauakademie‘“  und  seit  jener  Zeit  verfolgte  sie  dauernd  die  ihr  vorgeschriebenen
  Ziele,  bis  ihre  Verschmelzung  mit  der  Gewerbeakademic
im  Interesse  des  technischen  Bauwesens  geboten  erschien.

Die  durch  Beuth  1821  errichtete  „Technische  Schule“,  die
ursprünglich  nur  13  Studierende  hatte,  wurde  1827  in  das  „Gewerbec-