182  Die  einzelnen  technischen  Tlochschulen.

institut‘  umgewandelt,  das  1866  zur  „Gewerbeakademie“  erhoben,
die  allmählich  sich  schr  erweiternden  Tehrzwecke  einer  allgemein
künstlerischen  sowie  wissenschaftlichen  Förderung  und  Belebung  der
Gewerbe  zu  erfüllen  hatte.  Dieses  Ziel  ist  zum  Nutzen  der  Industrie
und  Kleingewerbe,  namentlich  Preußens,  voll  erreicht  worden.
Nachdem  jedoch  dic  vielfache  Gemeinsamkeit  der  Aufgaben,  welche
die  Bauakademie  und  Gewerbeakademie  bisher  getrennt  verfolgt
hatten,  erkannt  worden  war  und  die  Auffassung  sich  immer  stärker
geltend  machte,  daß  ein  einheitlich  organisiertes  und  geleitetes  Institut
die  gegenseitigen  Interessen  in  höherem  Maße  zu  fördern  für  die
Zukunft  berufen  sein  dürfte,  wurde  die  Verschmelzung  der  Bau-  und
Gewerbeakademie  am  1.  April  1879  vollzogen  und  den  nunmehr
vereinigten  Anstalten  der  Name  und  Charakter  einer  technischen
Hochschule  beigelegt.

Die  Technische  Hochschule  hat  den  Zweck,  für  den
technischen  Beruf  im  Staats-  und  Gemeindedienst  wie  im  industriellen
leben  die  höhere  Ausbildung  zu  gewähren,  sowie  die  wissenschaftlichen
  Künste  zu  pflegen,  welche  zu  dem  technischen  Unterrichtsgebiet
  gehören.

Auf  den  verschiedenen  Gebieten  ausgezeichnete  Männer  haben
sowohl  an  der  Bau-  und  Gewerbeakadeniie,  sowie  an  der  Technischen
Hochschule  seit  deren  Bestand  gewirkt.  Zu  den  namhaftesten,  zuerst
berufenen  Lehrern  und  den  späteren,  besonders  hervorragenden
Mitgliedern  der  betreffenden  I.chrkörper  zählen  —  mit  Ausschluß  der
Lebenden  —  Becherer,  Eytelwein,  Riedel  sen.,  David  Gilli,  der
Lehrer  Schinkels,  Schadow,  Schinkel,  Berghaus,  Wilhelm  Stier,  der
Begründer  der  jüngeren  Berliner  Bauschulc,  Beuth,  Stüler,  Hagen,
J.ejeune-Dirichlet,  l.übcke,  Dobbert,  Eggers,  Franzius,  l.ucac,  Severin,
Dove,  Rammelsberg,  Graßhoff,  \Veierstraß,  Strack,  Wiebe,  Aronhold,
Winkler.

Die  Hochschule  umfaßt  zur  Zeit  folgende  Abteilungen,  die  den
Fakultäten  der  Universitäten  gleich,  die  allgemeinen  Interessen  der
verschiedenen  Unterrichtsfächer  wahrzunehmen  und  für  die  Vollständigkeit
  und  Zweckmätßligkeit  derselben  Sorge  zu  tragen  haben.
ls  besteht  die  Abteilung

1.  für  Architektur,  die  im  wesentlichen  den  Wirkungskreis  der

früheren  Bauakademie  aufgenommen  und  erweitert  hat,

2.  die  Abteilung  für  Bauingenieurwesen,

3.  die  Abteilung  für  Maschineningenieurwesen,  einschließlich  der

Elektrotechnik,