Königl.  Preußische  technische  Hochschule  zu  Hannover.  195

einer  höheren  Schule  gefordert.  Ausländer  haben  entsprechende  Vorbildung
  nachzuweisen.  Personen,  welche  nicht  diese  Vorbildung  besitzen,
aber  doch  cine  genügcende  allgemeine  Bildung  nachweisen  können,
ist  der  Besuch  der  Hochschule  als  Hospitanten  gestattet.  Sie  haben
aber  keine  Berechtigung  zu  der  Ablegung  der  eingerichteten  Diploniund
  Doktor-Ingenicurprüfungen.  Die  letztere  \Vürde  zu  erteilen  bildet
das  neueste  und  wertvollste  Vorrecht  der  technischen  Hochschulen,
welches  denselben  in  Preußen  durch  Allerhöchsten  Erlaß  vom  11.  Oktober
  1899  gewährt  wurde.  Personen,  welche  an  einzelnen  Vorträgen
und  Übungen  teilzunehmen  wünschen,  die  wegen  ihrer  äußeren  L.ebensstellung
  aber  weder  als  Studierende  noch  als  Hospitanten  ceintreten
  können,  werden  als  sogenannte  Hörer  zugelassen.

Eine  Erweiterung  und  Vertiefung  des  T.chrplanes  und  Vermehrung
  des  l.echrkörpers  ging  Hand  in  Hand  mit  diesen  Verfassungsänderungen.
  Ein  ihrer  Bedeutung  würdiges  Heim  fand  die  neue
Hochschule  in  dem  scinerzeit  von  Gcorg  \.,  dem  früheren  König
von  Hannover,  für  seine  Zwecke  erbauten  aber  unvollendet  gebliebenen
Welfenschlosse  an  der  von  Ilannover  nach  dem  Schlosse  Herrenhausen
  führenden  schönen  Limdenallee.  Der  Umbau  des  Welfenschlosses,
  dessen  Baukosten  auf  4—5  Millionen  Mark  zu  schätzen  sind,
zur  technischen  Hochschule  kostete  ca.  2  Millionen  Mark.  In  den
letzten  20  Jahren  sind  aber  für  Laboratorien,  Bibliothek,  Hör-  und
Zeichnensäle  noch  bedeutende  Erweiterungsbauten  aufzeführt,  deren
Gesamtkosten  auf  über  I  Million  Mark  zu  schätzen  sind,  da  der  umfassendste
  Ausbau  allein  600000  M.  kostete.

Heute  besitzt  die  Hlochschule  folgende  Sammlungen:

1.  Eine  Modellsammlung  für  Maschinenlehre,  Maschinenbau,  Schiffbau  und
Kinematik.

2.  Eine  Sammlung  für  mechanische  Technotagie.

3.  Eine  Sammlung  von  baumodellen  und  Baumaterialien.

4.  Eine  Sammlung  für  die  Architekturabteilung.

5.  Eine  Sammlung  von  Gipsmodellen  für  das  Bossieren  und  ÖOrsamentieren.

6.  Eine  Samnilung  von  Modellen  des  Bauingenieurwesens,  insbesondere  ;  Samınlungen
  für  Wasserbau  Wasserwirtschaft,  Eisenbau,  Kisenbahnbau  und  Tunnelbau
sowie  von  Baukonstruktionsichre.

7.  Eine  Sammlung  für  chemische  Technologie.

Eine  Sammlung  von  physikalischen  Instrumenten.

%  Eine  Sammlung  von  mathematischen  Instrumenten.

10.  Eine  Sammlung  für  Mineralogie,  Geologie  uud  MHüttenkunde.

11.  Kine  Sammlung  für  Textilindustrie.

12.  Eine  Sammlung  für  Ilygiene.

13.  Eine  Bibliothek  von  ca.  160000  Bänden.