Die  Königl.  Preußische  technische  Jlochschule  zu  Aachen.  3

und  der  von  dieser  begründete  „Vercin  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit“,
  insofern  eine  wichtige  Rollc  gespicht,  als  sie  erhebliche  Geldsummen
  für  die  Zwecke  der  Hochschule  bereit  gestellt  haben:  insgesamt
  sind  von  diesen  beiden  Instituten  der  technischen  Hochschule
bisher  etwa  2  Millionen  Mark,  davon  930  000  M.  als  Beitrag  zu  den
ersten  Baukosten,  unmittelbar  zur  Verfügung  gestellt,  während  ein  bei
der  Gründung  von  ihnen  niedergelegter  Kapitalstock  in  Höhe  von
rund  1  300  000M.  für  Zwecke  der  Hochschule  eine  jährliche  Rente  von
45000  M.  abwirft.  Dazu  hat  auch  die  Stadt  Aachen  zunächst  bei
der  Gründung  der  Anstalt  deren  Wert  für  ihre  Entwicklung  dadurch
anerkannt,  daß  sie  für  die  Gestellung  eines  Bauplatzes  und  einen  Teil
der  Baukosten  zusanımen  mit  einem  Aufwand  von  510  000  M.  aufkam
und  sich  verpflichtete,  falls  die  eingehenden  Schulgelder  die  Summe
von  30000  M.  jährlich  nicht  erreichten,  den  fehlenden  Betrag  ihrerseits
  bereitzustellen;  aus  dieser  Verpflichtung  sind  ihr  etwa  200  000  M.
Kosten  erwachsen;  1894  ist  dieselbe  jedoch  durch  Hergabe  eines
Bauplatzes  für  den  Neubau  für  Elektrotechnik  und  Bergbau  abgelöst
worden,  was  einen  Kostenaufwand  von  etwa  145000  M.  verursacht
haben  mag.

Im  Gegensatz  zu  den  anderen  preußischen  Hochschulen  und
neueren  Universitäten,  dic  lediglich  aus  Staatsmitteln  gegründet  und
erhalten  sind,  hat  damit  die  Aachener  llochschule  einen  Teil  ihres
Bestehens  der  Opferwilligkeit  der  genannten  Korporationen  zu  danken.
Ohne  daß  damit  gesagt  werden  soll,  daß  die  Hochschule  lediglich
lokale  Bedeutung  habe,  ist  durch  diese  finanzielle  Verbindung  ein
besonders  enges  Band  zwischen  der  Hochschule  und  deren  engerer
Heimat  hergestellt,  was  auch  in  dem  ursprünglichen  Namen  „Rheinisch-westfälische
  polytechnische  Schule“  seinen  Ausdruck  fand.  Im
letzten  Jahr  1902  ist  diese  besonders  nahe  Wechselbeziehung  zwischen
der  Aachener  Hlochschule  und  ihrer  rheinisch-westfälischen  Ileimat
dadurch  wieder  wirksam  geworden,  daß  aus  den  erheblichen  Überschüssen
  der  Industrie-  und  Gewerbeausstellung  in  Düsseldorf  der
Betrag  von  100000  M.  zur  Erweiterung  des  cisenhüttenmännischen
Unterrichtsbetriebes  an  der  technischen  Hochschule  in  Aussicht  gestellt
  wurde.  Daß  naturgemäß  die  Besucher  der  Hochschule  in  erster
Linie  den  genannten  beiden  Provinzen  entstammen,  kann  nicht  überraschen.
  Im  Winter  1902/1%3  waren  unter  749  Studierenden  und
Hospitanten  475  Rheinländer  und  Westfalen,  und  110  darunter  gaben
als  ihre  Heimat  die  Stadt  Aachen  an.  Außerdem  verbindet  die
Hochschule  ein  traditionelles  Band  mit  den  Nachbarländern  Holland