204  Die  einzelnen  technischen  Hochschulen.

und  Luxemburg,  durch  regelmäßigen  Zuzug  von  Studierenden  gerade
  aus  diesen  Ländern.  Im  Winter  19021%3  studierten  46  Holländer
  und  34  Luxemburger  in  Aachen.

Mit  Rücksicht  auf  die  enge  Verbindung  der  Aachener  Hochschule
  mit  dem  rheinisch-westfälischen  Wirtschaftsleben  erklärt  sich
eine  fernere  Eigentümlichkeit  derselben,  die  Angliederung  einer  Bergbauabteilung.
  Während  sonst  das  bergwissenschaftliche  Studium  an
besonderen  Fachakademien  betricben  wird,  hat  man  1880  die  ursprünglich
  für  chemische  Technik  und  Hüttenkunde  eingerichtete
Abteilung  durch  die  Bereitstellung  der  nötigen  Lehrkräfte  und  Hilfsmittel
  so  ausgebaut,  daß  auch  die  volle  wissenschaftliche  Ausbildung
der  Bergleute  durch  sie  erfolgen  kann.  Die  Nachbarschaft  der  Steinkohlengebiete
  der  Ruhr  und  Saar,  der  vor  den  Toren  Aachens
liegenden  Inde-  und  \Wurmreviere,  sowie  des  L.ütticher  Bezirks,  des
Braunkohlenbergbaues  der  Cölner  Gegend,  des  Frzbergbaus  im
Aachen-Dürener  und  Bensberger  Revier,  endlich  die  leichte  Errcichbarkeit
  der  Siegerländer  Lisenerzgruben  liefern  ständig  ein  Anschauungs-
  und  Ausbildungsmatcrial,  wie  es  kaum  eine  andere  bergmännische
  Lehranstalt  zur  Verfügung  hat.  Der  Zuzug  der  Studierenden
des  Bergfaches  ist  ein  stets  wachsender  geblieben.  Die  Einrichtung
der  Bergbau-Abteilung  hatten  wieder  die  beiden  oben  genannten
Aachener  Institute  dadurch  erleichtert  und  befördert,  daß  sie  für  die
erste  Beschaffung  von  Lehrmitteln  die  Summe  von  100000  M.  zur
Verfügung  stellten.

Es  ist  Pflicht  der  Dankbarkeit,  hier  des  19%0  verstorbenen  Professors
  Wilhelm  Schulz  zu  gedenken,  der  von  1881  an  in  unermüdlicher
  Tätigkeit  diesen  Zweig  der  Hlochschule  organisiert  und  zur
Entwicklung  gebracht  hat.

Die  letzte  Erweiterung  des  Leehrgebietes  der  Aachener  Hlochschule
  erfolgte  1898  durch  die  Angliederung  eines  zweijährigen  Kursus
für  Handelswissenschaften.  Die  enge  Verbindung,  in  der  Handel
und  Industrie  im  praktischen  l.cben  stehen,  legte  den  Gedanken  nahe,
als  man  in  weiteren  Kreisen  die  Notwendigkeit  einer  Hlochschulbildung
  für  Kaufleute  in  leitenden  Stellungen  eingeschen  hatte,
den  Versuch  zu  machen,  die  technischen  Hochschulen  für  diesen
Zweck  zu  benutzen.  Wieder  waren  es  die  „Aachener  und  Münchener
Feuerversicherungsgesellschaft“  und  der  „Verein  zur  Beförderung  der
Arbeitsamkeit“,  diesmal  in  Verbindung  mit  der  Aachener  Handelskammer,
  welche  die  nötigen  Mittel  bereit  stellten,  und  so  konnten
im  Flerbst  1898  seitens  der  Professoren  der  Hochschule  und  einer