Die  Königl.  Preußische  technische  Huchschule  zu  Aachen,  209

Verein  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit“  decktc.  1876  bis  1879
ward  dann  neben  dem  Hauptbau  das  neuc  chemische  l.aboratorium
(mit  2  Dienstwohnungen  für  die  Laboratoriumsvorstände)  mit  einem
Kostenaufwand  von  rund  1  Million  Mark,  wovon  der  genannte  Aachener
Verein  304  000  M.  stiftete,  nach  den  Plänen  der  Aachener  “Professoren
Ewerbeck  und  Intze  errichtet  und  der  organischen  und  anorganischen
Chemie  überwiesen,  während  in  dem  alten  Laboratorium  die  technische
  Chemie  und  das  Hüttenwesen  verblieben.  Seit  1891  !ist  dann
eine  fortdauernd  engere  Bebauung  des  Hochschulgrundstücks  notwendig
  geworden,  weil  auch  die  noch  so  sparsame  Raumausnutzung
in  den  bisherigen  Gebäuden  dem  wachsenden  Unterrichtsbetriebe
nicht  zu  genügen  vermochte.  1891  wurde  cin  zweites  Kesselhaus
für  die  Heizungsanlage  errichtet;  inı  nächsten  Jahre  ein  Anbau  an
das  Hauptgebäude  für  Zwecke  des  physikalischen  Instituts  ausgeführt.
1897  erhielt  der  Bildhauer  cin  eigenes  Atchergebäude,  und  im  gleichen
Jahr  wurde  das  maschinentechnische  l.aboratorium  aufgeführt,  welches
1W3  wesentlich  vergrößert  wurde.  1900  wurde  ein  nach  dem
Magazinsystem  eingerichtetes  Bibliotheksgebäude  in  Benutzung  genommen,
  zu  dessen  Kosten  im  Betrage  von  rund  140  000  M.  die
genannten  Aachener  Institute  25000  M.  beitrugen.  Inzwischen  aber
war  für  die  großen  notwendig  werdenden  Neubauten  das  alte  Grundstück
  zu  eng  geworden,  und  so  wurde  ein  neuer  Grundstückskomplex,
von  dem  alten  nur  durch  eine  Straße  getrennt,  in  Angriff  genommen:
1894—97  wurde  ein  großer  Neubau  für  die  Elektrotechnik,  die  Markscheidekunde
  und  den  Bergbau  errichtet,  dessen  Gesamtkosten  sich
auf  rund  300  000  M.  beliefen,  wozu  die  schon  öfter  genannten  Aachener
Institute  die  Hlälfte  beisteuerten.  Daneben  erstand  in  den  Jahren
I00—1%2  mit  einem  Kostenaufwande  von  184000  M.  der  Neubau
des  celektro-metallurgischen  Instituts  nach  dem  Plan  des  Aachener
Professors  Henrici.  Damit  ist  aber  die  Erweiterung  der  räumlichen
Ausdehnung  der  Ilochschule  nicht  als  abgeschlossen  zu  betrachten.
Auch  wenn  die  in  Aussicht  stehenden  Neubauten  eines  eisenhüttenmännischen
  Laboratoriums  und  eines  aus  dem  Nachlaß  des  1902  verstorbenen
  Professors.  Maler  Reiff  zu  bildenden  Hochschulmuseums
errichtet  sein  werden,  werden  neue  Erweiterungen  für  die  im  alten
Hauptgebäude  eng  bei  einander  hausenden  Fächer  sich  als  unvermeidlich
herausstellen.  —

III.  Diese  äußere  Erweiterung  der  Hochschule  war  nur  die  notwendige
  Folge  der  ständigen  Vermehrung  ihrer  Institute  und  Lehrkräfte.
  Ursprünglich  waren  32  Lehrkräfte  vorhanden  gewesen,  von

Das  Unterrichtswesen  im  Deutschen  Reich.  IV.  ı.  14