212  Die  einzelnen  technischen  Ilochschulen.

trotz  des  ständigen  Wachsens  der  überhaupt  aufgewendeten  Summen
bis  auf  450  M.  ım  Jahre  1901/72  herabgesunken.

Während  ursprünglich  der  staatliche  Zuschuß  als  cin  fest  begrenzter
  gedacht  war  und  man  auch  für  die  laufenden  Bedürfnisse
in  größerem  Umfang  auf  Zuschüsse  der  Stadt  und  der  Aachener
Institute  gerechnet  hatte,  machte  sich  schr  bald  die  Notwendigkeit
geltend,  entsprechend  den  wachsenden  Anforderungen  an  die  Hochschule
  den  staatlichen  Zuschuß  zu  erhöhen  und  bald  auch  als  Hauptquelle
  der  Finanzgebarung  anzuerkennen.  Infolgedessen  ist  er
inzwischen  fast  auf  das  Dreizehnfache  gestiegen:  von  30000  M.  auf
rund  376  00  M.  Die  eigenen  Einnahmen  der  Hochschule,  in  erster
I.inie  aus  Kollegienhonoraren  fließend,  haben  mit  dem  wechselnden
Besuch  stark  geschwankt  und  betragen  zur  Zeit  etwa  das  2!/sfache
des  ursprünglichen  Betrages;  jedoch  fließt  von  den  Kollegiengeldern
der  vierte  Teil  an  die  Dozenten.  Die  aus  dem  Stiftungskapital
fließenden  Einnahmen  haben  sich  infolge  des  sinkenden  Zinsfußes  um
etwa  ein  Viertel  gegen  1870  vermindert.

2.  Gegenwärtiger  Zustand.

Gemäß  der  Eigenart  des  Unterrichtsbetriebs  einer  technischen
Bildungsanstalt  stehen  an  der  technischen  Hochschule  nicht  nur  denjenigen
  Professoren,  welche  Institute  und  Laboratorien  zu  leiten  haben,
sondern  auch  den  anderen  Dozenten  Sammlungen  und  persönliche
Hilfskräfte  zur  Unterstützung  und  Bedienung  beim  Unterricht  zur  Verfügung.
  Daraus  ergibt  sich  ein  außerordentlich  großes  Bedürfnis
nach  Räumlichkeiten  zur  Unterbringung  der  Sammlungen  und  cin
vermehrter  Bedarf  an  untergeordneten  Ililfskräften,  die  teils  nur  einem
Professor,  teils  mehreren  zugleich  zugewiesen  werden.  So  verfügt
die  Hochschule  zur  Zeit  über  ein  technisches  Personal  von  13  dauernd
beschäftigten  Meistern  und  Arbeitern,  denen  nach  Bedarf  im  Tagelohn
beschäftigte  Arbeiter  vorübergehend  oder  dauernd  hinzutreten,  und
neben  einem  Verwaltungspersonal  von  5  Beamten  über  13  ständig
beschäftigte  Diener  usw.  Zur  Ausführung  bestimmter  Arbeiten  besitzt
  sie  einc  Werkstätte,  welche  116%  M.  sachliche  Ausgaben  verursacht.


Die  einzelnen  Institute  und  Sammlungen  verfügen  über  bestimmte
jährliche  Fonds  (1903  im  Gesanitbetrage  von  67500  M.),  aus  denen
die  notwendigen  Anschaffungen  zu  bestreiten  sind,  doch  werden
ihnen  ausnahmslos  von  den  verschiedensten  Seiten  regelmäßig  Zuwendungen
  gemacht,  indem  ihnen  scitens  der  Behörden,  der  Industrie