Die  Königl.  Preußische  technische  Hochschule  zu  Auchen.  215

genieure  für  den  privaten  Bergwerksbetrieb  aus.  Diese  ihre  Sonderstellung
  äußert  ihre  Wirkung  auch  in  der  Verfassung  der  technischen
Hochschule  insofern,  als  im  Senat  der  Hochschule  stets  zwei  Mitglieder
derselben  sitzen,  von  denen  immer  eincs  Professor  der  Bergbaukunde
sein  muß.

U)  etatsmäßige  Professuren:  je  eine  für  Bergwissenschäften?),  für
Mineralogie  und  Petrographie?),  für  Paläontologie  und  Geologie?),  für
Markscheidekunde  und  Feldmessent),  für  Eisenhüttenkunde  und  Eisenprobierkunde?),
  für  Metallhüttenkunde  und  Hlektrometallurgie®),  für
organische  Chemie’),  für  anorganische  Chemie  und  Elektrochemic®)
und  für  technische  Chemie?).  1  Dozent  für  Botanik.  5  Privatdozenten.
14  ständige  Assistenten,  wovon  5  für  anorganische  Chemie,  je  2  für
technische  Chemie  und  Metallhüttenkunde  nebst  Elcktrometallurgie,
je  einer  für  Bergbaukunde,  Mineralogie,  Markscheidekunde,  Eisenhüttenkunde
  und  organische  Chemie.

Die  Abteilung  ist  in  vier  verschiedenen  Gebäuden  untergebracht:  Die  Laboratorien
und  Sammlungen  für  Eisenhüttenkunde  und  technische  Chemie  befinden  sich  in  dem  seit
Gründung  der  Hochschule  bestehenden  alten  Il.aboratorium  ;  jene  für  organische,  anorganische
  und  Elektrochemie  in  dem  1879  für  sie  gebauten  neuen  l.aboratorium,  in  dem
auch  das  botanische  Institut  untergebracht  ist.  Die  Metallhüttenkunde  und  Elcktrometallurgie
  hat  seit  1903  ihr  eigenes  Gebäude,  während  die  Bergbaukunde  mit  ihren
llilfswissenschaften  den  1897  errichteten  großen  Neubau  ınit  dem  elektrotechnischen
Institut  teilt.

1.  Das  laboratonum  für  berginännische  Versuche  und

2.  die  Sammlung  bergmännischer  Modelle  und  Geräte  und  die  bergmännische

Plansammlung  (3000  M.)  sind  seit  1897  in  eigenem  Gebäude  untergebracht.

Sie  verfügen  neben  anderen  Hilfsmitteln  über  eine  vollständige  Einrichtung  für
den  Betrieb  von  pneumatischen  und  elektrischen  G  boh

hinen,  von
Ventilatoren  zu  Übungen  im  Wettermessen,  von  Apparaten  zur  Analyse  von
Grubenwettern  und  zur  Untersuchung  von  Ventilatoren.  Von  besonderer
Wichtigkeit  für  «die  praktische  Ausbildung  der  Studierenden  des  Bergfaches  ist
es,  daß  ihnen  der  Besuch  aller  Gruben  der  Umgepend  nach  einem  zwischen
der  Hochschule  und  dem  „Verein  für  die  berg-  und  hüttenmännischen  Interessen
im  Aachener  Bezirk“  abgeschlossenen  Übereinkommen  auch  ohne  Begleitung
der  Vuzenten  freisteht,  und  daß  diese  Werke  auch  stets  Gelegenheit  zur  Absolvierung
  praktischer  Arbeitskurse  und  markscheiderischer  Übungsmessungen
bieten.  Daneben  werden  von  den  Professoren  wie  in  den  anderen  Abteilungen
zahlreiche  Exkursionen  in  die  oben  namhaft  gemachten  Bergreviere  unternommen.


3.  Das  mineralogische  Institut  (mineralogische  und  petrographische  Sammlung
und  minerslogisches  Laboratorium)  (1500  M.)  ist  seit  1897  im  neuen  Gebäude
untergebracht.  Es  besitzt  neben  anderen  eine  besonders  reichhaltige  Sammlung
von  Mineralien  und  Gesteinen  des  linksrheinischen  Preußen.  Als  besondere
Arbeitsrichtungen  werden  die  Kristallographie  und  Mikroskopie  gepflegt.  In

!)  Tengemann.  ?)  Klockmann.  3)  IIolzapfel.  +)  Haußmann.  5)  Wüst.  #)  Borchers.,
*)  Bredt.  ®)  Claßen.  9)  Rau.