Königlich  Baverische  technische  Tlochsehule  zu  München,  2397

2.  Organisation  der  Hochschule.

Schon  bei  der  Errichtung  war  die  Schule  den  Landesuniversitäten
  in  Rücksicht  auf  die  Freiheit  der  Studien  und  die  Stellung  der
an  ihr  wirkenden  Professoren  gleichgestellt  worden,  und  es  kam  diese
Gleichstellung  auch  äußerlich  in  der  1877  getroffenen  Änderung  der
Bezeichnung  der  polytechnischen  Schule  in  „Technische  Hochschule“
zum  Ausdruck.  Die  neue  ım  Jahre  189%)  verliehene  Verfassung
brachte  dann  im  Zusammenhang  mit  dem  1900  gewährten  Rechte
der  Promotion  von  „VBiplom-Ingenieuren*  und  „Doktoren  der  technischen
  Wissenschaften  (Doktor-Ingenieuren,“  und  der  1992  erfolgten
Einführung  des  „Wahlrektorates“  die  auch  in  diesen  wichtigen  Attributen
  sich  kundgebende  völlige  Anerkennung  des  gleichen  wissenschaftlichen
  Ranges.

Die  Organisation  der  Schule  begann  mit  vier  technischen  Abteilungen,
  für  die  Bauingenieure  ‘einschließlich  der  Kultur-  und  Vermessungsingenieure),
  für  Architekten,  für  Maschineningenieure  und
technische  Chemiker,  und  verband  dieselben  von  Anfang  an  mit  einer
allgemeinen  Abteilung,  in  welcher  neben  den  mathematisch-naturwissenschaftlichen
  Fächern  Geschichte,  Geographie,  Nationalökononiie
und  moderne  Sprachen  vertreten  sind.  Sie  bezweckt  die  Förderung
der  allgemeinen  Ausbildung  der  Studierenden,  sowie  im  besonderen
die  Ausbildung  von  I,chrern  der  Mathematik  und  Physik,  der  Chemie
und  Naturgeschichte,  der  Geschichte,  Geographie  und  deutschen
Sprache,  des  Zeichnens  und  Modellierens;  endlich  ıst  ihr  die  Heranbildung
  der  Zolldienstaspiranten  zugewiesen.  An  die  chemische  Abteilung
  ist  (soweit  hier  nicht  der  Besuch  einer  Bergakademie  vorgeschrieben
  ist)  auch  die  Ausbildung  der  Berg-,  Hütten-  und  Salineningenieure
  gelegt.

Im  Jahre  1872  wurde  mit  der  Hochschule  cine  landwirtschaftliche
  Abteilung  vereinigt,  so  daß  der  Gesamtorganismus  gegenwärtig
6  Abteilungen  unıfaßt.

Über  den  Unterrichtsgang  in  den  einzelnen  Gebieten  wird  in
gesonderten  Abschnitten  diescs  Werkes  gehandelt.  Zur  näheren
Charakteristik  der  Münchener  Hochschule  stellen  wir  ım  folgenden
Abschnitt  noch  den  Entwicklungsgang  der  einzelnen  Institute  und
Laboratorien  zusammen.

Für  die  Stellung  der  l.ehrkräfte  der  Hochschule  als  Staatsdiener
sowie  für  die  Leitung  der  Hochschule  sind  die  nachfolgenden,  der
Verfassung  entnomnienen  Sätze  maßgebend:

15°