Königlich  Bayerische  technische  Hochschule  zu  München.  231

technik  entsprechend  der  elektrotechnische  Unterricht  von  dem  physikalischen
  getrennt  und  an  die  Maschinen-Ingenieur-Abteilung  verlegt.
Bedeutsam  für  die  Entwicklung  des  Unterrichtes  in  der  Elektrotechnik
wurde  die  I.  internationale  Elcektrizitäts-Ausstellune  in  München,  an
deren  Organisation  der  l.citer  des  physikalischen  Institutes  der  Hochschule,
  W.  von  Beetz,  hervorragenden  Anteil  hatte.  Die  in  Verbindung
  mit  dieser  Ausstellung  erstmals  in  größerem  Umfange  durchgeführten
  fundamentalen  wissenschaftlichen  Untersuchungen  von  elek-“trischen
  Strom-  und  Lichtquellen  haben  nicht  blof  der  Industrie,
sondern  auch  dem  elektrotechnischen  Unterricht  wohl  in  ganz
Deutschland  eine  reiche  l’örderung  gebracht.  Fin  eigentlicher
l.aboratoriumsbetricb  konnte  in  München  indes  erst  mit  Errichtung
eines  eigenen  Neubaues  1887  eingeführt  werden.  Seither  hat,  der
Entwicklung  der  Elektrotechnik  entsprechend,  der  Uhterricht  in  Vorlesungen
  und  I.aboratorien  umfassende  Erweiterung  und  Umgestaltung
erfahren,  insbesondere  durch  eine  Neuorganisation  der  Studienpläne
im  Jahre  18%.

Das  chemische  Laboratorium,  ursprünglich  unter  T.zituug
Erlenmeyers  organisiert,  erhielt  einen  ausgedehnten  Wirkungskreis
durch  die  im  Jahre  1886  durch  W.  v.  Miller  getroffene  Einrichtung
eines  Institutes  für  Elektrochemie,  welches,  das  erste  größere  derartige
  Institut  in  Deutschland,  mit  einer  ausgedehnten  Kraftanlage
verbunden  wurde.  Im  weiteren  wurde  im  Änschlusse  an  die  chemischen
l.aboratorien  ebenfalls  im  Jahre  1886  ein  Laboratorium  mit  Versuchsanstalt
  für  Gasanalyse,  im  Jahre  1888  ein  solches  für  Gährungschemie
errichtet  und  neuerdings  eine  wissenschaftliche  Versuchs-  und  Prüfungsanstalt
  für  Maltechnik.  Dieser  umfangreichen  Ausgestaltung  der  chemischen
  Institute  wird  gegenwärtig  durch  Errichtung  cines  großen
Laboratoriumsneubaues  Rechnung  getragen,  bei  welchem  insbesondere
die  Bedeutung  der  anorganischen  Chemie  und  der  Metallurgie  für  die
an  der  Hochschule  auszubildenden  technischen  Chemiker  eine  ausscdehnte
  Berücksichtigung  erfahren  wird.

Das  sehr  reichhaltige,  mit  sehr  wertvollen  Apparaten  ausgestattete
  geodätische  Institut  der  Hochschule  wurde  noch  unter
der  Leitung  C.  von  Bauernfeinds  mit  einer  hydrometrischen
Prüfungsstation  verbunden.  Im  Anschlusse  hieran  erwähnen  wir  noch
die  mit  Unterstützung  von  C.  A.  Steinheil  im  Jahre  1887  an  der
Hochschule  eingerichtete  optische  Prüfungsanstalt.

Von  den  weiteren  in  das  Gebiet  der  Bau-  und  Ingenieurwissenschaften
  einschlagenden  Sammlungen  erwähnen  wir  noch  die