V.  Die  Königlich  Sächsische  Technische  Hochschule  zu
Dresden.

I.  Geschichtliche  Übersicht.

Die  zumal  durch  die  englische  Konkurrenz  stark  gefährdete
Lage  der  Spinnerei,  \Veberei  und  Tuchfabrikation  im  Königreich
Sachsen,  der  empfindliche  Mangel  an  praktischen  Mechanikern  im
Lande,  der  die  sächsische  Industrie  mit  ihrem  Maschinenbedarf  an
das  Ausland  verwies,  bewogen  die  Regierung,  für  eine  planmäßige
praktisch-wissenschaftliche  Ausbildung  von  Technikern  durch  Gründung
einer  „Technischen  Bildungsanstalt“  Sorge  zu  tragen.  Diese
Anstalt  wurde  am  1.  Mai  1828  eröffnet.  Sie  nahm  eine  seit  1814
als  Anhängsel  der  Akademie  der  bidenden  Künste  bestehende
Industrieschule,  in  der  lediglich  Zeichnen  nach  guten  Mustern  betrieben
  wurde,  in  sich  auf,  verfügte  in  dem  für  sic  errichteten  Pavillon
auf  der  Brühlschen  Terrasse  über  nicht  mehr  als  einen  Hörsaal  und
zwei  Zeichensäle  und  zählte  elf  I.chrer,  den  Direktor  Lohrmann  inbegriffen,
  zur  Hälfte  Männer,  die  gleichzeitig  an  der  chirurgisch-medizinischen
  Akademie,  der  Kunstakademie,  der  Bauschule  und  der
Kadettenanstalt  unterrichteten.  Seit  1832  wurden  neben  der  ursprünglich
  allein  ins  Auge  gefaßten  mechanischen  Technik  auch  das
Ingenieur-Bauwesen  und  die  Chemie  berücksichtigt,  wurden  Übungen
im  Feldmessen,  im  Situations-  und  Kartenzeichnen,  Vorlesungen  über
Chemie  und  chemische  Technologie,  seit  1838  auch  solche  über  allgemeine
  Baukunst,  Wäasser-  und  Straßenbau  gehalten.  Und  wenn
auch  die  Zahl  der  Schüler  nur  unmerklich  wuchs  und  das  dritte
Hundert  nicht  überschreiten  wollte,  so  hatte  doch  lange  schon  der
verfügbare  Raum  nicht  mehr  zugereicht,  als  1846  cin  anscheinend
auf  ferne  Zukunft  hin  genügendes  neues  Haus  bezogen  wurde.  Das
geschah  unter  dem  Dircktorat  des  als  Lohrmanns  Nachfolger  aus