202  Die  einzelnen  technischen  Hochschulen.

in  Stuttgart  berufen;  1885  folgte  er  einem  Rufe  an  die  Technische
Hochschule  zu  Karlsruhe,

F.  Th.  Vischer  (1807—1887),  der  große  Ästhetiker  und  Philosoph,
  auch  als  Dichter  hervorragend,  war  einer  der  stärksten,
mutigsten,  vielseitigsten  und  fruchtbarsten  Geister  des  19.  Jahrhunderts,
  eine  geniale  Natur.  Er  gehörte  dem  Stuttgarter  Polytechnikum
  als  Professor  der  Ästhetik  und  der  deutschen  Literatur  seit
1866  an;  in  den  drei  ersten  Jahren  lehrte  er  zugleich  auch  in
Tübingen.

G.  A.  Gnauth  (1840—1884)  wurde  1866  an  die  K.  Baugewerkschule
  und  1870  als  Professor  für  Bauformenlehre  und  Baugeschichte
an  das  Polytechnikum  in  Stuttgart  berufen,  gab  jedoch  1872  diese
Stellung  wegen  Überhäufung  mit  praktischer  Bautätigkeit  wieder  auf.
Großes  Verdienst  erwarb  er  sich  um  die  Hebung  der  Kunstgewerbe,
besonders  durch  scin  Werk  „Das  Kunsthandwerk“  (1874)  und  durch
das  „Malcrjournal“.  Im  Jahre  1877  wurde  er  als  Direktor  der  Kunstgewerbeschule
  nach  Nürnberg  berufen.

Victor  Meyer  (1848-1897),  hervorragender  Chemiker,  wirkte
1871—1872  am  Polytechnikum  in  Stuttgart,  später  in  Zürich,  Göttingen,
und  Heidelberg,  wo  er  starb.

Skjöld  Neckelmann  (1855  —1%3),  Architekt,  wurde  1892  als
Nachfolger  von  Leins  an  die  Technische  Hochschule  in  Stuttgart  berufen,
  an  welcher  er  bis  kurz  vor  seinem  Tode  wirkte.  Seine  durch
Reichtum  der  Phantasie,  Größe  der  Gestaltungskraft  und  Glanz  der
Darstellung  ausgezeichneten  Bauten  gehören  zu  den  hervorragendsten
architektonischen  Leistungen  unserer  Zeit.  Von  dem  Erfolge  seiner
l.ehrtätigkeit  legen  die  unter  seiner  Leitung  herausgegebenen,  von
Studierenden  entworfenen  „Architektonischen  Studien"  beredtes
Zeugnis  ab.

3.  Statistische  Übersichten.

Zahl  der  Lehrer.

I  n
Ordentliche  Außerordentliche!  Privat-|

  Semester  Professoren  Professoren  .  dozenten  Hilfslchrer
|  —.  mm  DZ  HET  -—  u.  I
Sommer  1903  |  K}  |  3  2  21

|  »  1878  |  25  _  18  17