Lie  Grokkerzoglich  Badische  technische  Tlochschule  zu  Karlsruhe.  I)

schule  in  eine  mechanisch-technische  und  in  eine  chemisch-technische
Schule  erfahren.  Die  Entwicklung  dieser  beiden  Schulen  bedingte  in
den  fünfziger  Jahren  den  Bau  besonderer  größerer  Gebäudekomplexe
für  jede  der  beiden  Schulen,  dem  bald  andere  bauliche  Erweiterungen
der  Anstalt  in  größerem  Stile  folgen  mußten,  zumal  da  die  Gesamtzahl
  der  Studierenden  zu  Anfang  der  sechziger  Jahre  über  800  gestiegen
  war.  Schließlich  ist  zu  erwähnen,  daß  1864  mit  der  Hochschule
  auch  eine  Abteilung  für  Landwirtschaftslehre  als  Landwirtschaftsschule
  verbunden  wurde,  die  aber  nach  achtjährigem  Bestande
nach  Heidelberg  verlegt  wurde.

Diese  bedeutende  Ausdehnung  der  polytechnischen  Schule  sowohl
  in  räumlicher  Hinsicht  als  auch  bezüglich  ihrer  Ziele  und  Leistungen
  machte  auch  eine  Reform  in  der  Verwaltung  notwendig,  die
mit  dem  Organisationsstatut  vom  20.  Januar  1865  verwirklicht  wurde.
Dieses  Statut,  in  dem  die  Anstalt  zum  ersten  Male  ausdrücklich  als
das  bezeichnet  wurde,  was  sie  ihrem  Wesen  nach  längst  war,  als
Hochschule,  ordnete  die  Verwaltung  der  Anstalt  noch  prägnanter  in
einem  diesem  Hlochschulcharakter  entsprechenden  Sinne.  Die  gegenwärtig
  in  Kraft  stehende  Verfassung  vom  17.  Juni  1895  hat  diese
Ordnung  durch  Einführung  der  Bezeichnung  Rektor  und  Senat,  sowie
durch  Erweiterung  des  Wirkungskreises  der  Abteilungen  (ähnlich  den
Universitätsfakultäten)  ausgebaut.  Dieser  Ausbau  der  Verfassung  fällt
zeitlich  mit  der  Errichtung  einer  selbständigen  Abteilung  für  Elektrotechnik
  zusamnıen.

Es  erübrigt,  einen  kurzen  Überblick  über  die  hervorragendsten
Lehrkräfte  zu  geben,  die  an  der  Hochschule  tätig  gewesen  sind.

Wohl  jede  in  einer  der  heute  bestehenden  7  Abteilungen  vertretene
  Disziplin  ist  im  Laufe  der  Jahre  scit  dem  Bestande  der  Anstalt
  von  einer  oder  der  anderen  besonders  bedeutenden  Persönlichkeit
  vorgetragen  worden.

Um  mit  den  mathematischen  Wissenschaften  zu  beginnen,  seien
hier  zunächst  die  Namen  R.  F.  Alfred  Clebsch  (vornehnlich  für
Mechanik  berufen  1858/63),  Wilhelm  Schell  (Mechanik  1861,11)
und  Christian  Wiener  (darstellende  Geometrie  1852/97)  genannt.

Aufdem  Gebiete  der  Ingenieurwissenschaften  hat  außer  dem  bereits
genannten  Major  Tulla  insbesondere  F.  Keller  (1832/1870)  sich  um
die  Ausgestaltung  dieser  Schule  verdient  gemacht;  H.  Sternberg
(1861/85)  hat  vornehmlich  als  Brückenbauer  den  Ruf  der  Hochschule
auch  außerhalb  Deutschlands  verbreitet.