70  Die  einzelnen  technischen  Hochschulen.

Nicht  geringer  darf  für  die  Abteilung  für  Architektur  die  Wirksamkeit
  des  gleichfalls  schon  erwähnten  Vorkämpfers  für  die  technische
  Hochschule,  Friedrich  Weinbrenners  und  seiner  Schüler
H.  Hübsch  (1832/54)  und  insbesondere  Friedrich  Eisenlohrs  (1832/54)
veranschlagt  werden.  Auch  des  Kunsthistorikers  Wilhelm  Lübke,
der  von  1884  bis  1893  an  der  Hochschule  tätig  war,  darf  wohl  hier
besonders  gedacht  werden.

Noch  gewichtigere  Namen  vielleicht  weisen  die  naturwissenschaftlichen
  Disziplinen  auf.  Als  Physiker  können  Wilhelm  Eisenlohr
  (1840/64),  Gustav  Wiedemann  (1865/71)  und  Ferdinand  Braun
(1883/4)  nicht  übergangen  werden.  Im  Karlsruher  physikalischen
Institute  der  technischen  Hochschule  war  es,  wo  Heinrich  Hertz
(1884/88)  seine  epochemachenden  Versuche  anstellte,  durch  welche
die  Identität  von  Licht  und  Elcktrizität  experimentell  bestätigt  wurde
und  durch  die  der  Ruf  des  physikalischen  Instituts  so  mit  einer  der
bedeutendsten  physikalischen  Forschungen  verknüpft  wurde.  Hier
entstanden  wohl  auch  die  Ideen  zu  seinem  posthumen  Werke  „Prinzipien
  der  Mechanik“.  Jahrzehnte  hindurch  war  ferner  Karlsruhe
der  Sammelpunkt  angehender  und  bereits  in  Praxis  arbeitender
Maschinenbauer  des  In-  und  Auslandes,  gewiß  vor  allem  dank  der
großen  Anziehungskraft,  welche  die  geniale  Persönlichkeit  Ferdinand
Redtenbachers  (1841/63)  ausübte,  jenes  Mannes,  dessen  Verdienste
vor  allem  in  der  Begründung  einer  wissenschaftlichen  Behandlung  der
Probleme  des  Maschinenbaues  zu  seiner  Zeit  weit  über  die  Grenzen
WDeutschlands  hinaus  Anerkennung  gefunden  haben.  Sein  Nachfolger
Dr.  Franz  Grashof  (1863/91)  verstand  es,  den  Ruf  der  I.chrkanzel
und  zwar  insbesondere  bezüglich  des  theoretischen  Teiles  des  Unterrichts
  auf  seiner  Höhe  zu  erhalten.  Um  die  Begründung  und  erste
Entwicklung  der  Abteilung  für  Chemie  hat  sich  C.  Weltzien  (1841/68)
die  größten  Verdienste  erworben.  Die  Neubegründung  des  chemischen
Laboratoriums  (1851,  ist  ganz  überwiegend  ihm  zu  danken,  wie  ja
auch  die  vollständig  zeitgemäße  Organisation  des  chemischen  Unterrichts
  in  den  vierziger  Jahren  schon  als  eine  wissenschaftliche  Tat
von  nicht  geringer  Tragweite  für  den  Ruf  der  Schule  gewesen  ist.
Auch  sein  Nachfolger  hat  den  Ruf  der  chemischen  Schule  und  mit
ihr  auch  den  der  Hochschule  weit  über  die  Grenzen  des  engeren
Heimatlandes  verbreitet:  Lothar  Meyers  (1868/76)  Leistungen  auf
dem  Gebiete  der  organischen  und  vor  allem  der  theoretischen  Chemie,
seine  Begründung  des  „periodischen  Systems“  bedürfen  wohl  keiner
besonderen  Hervorhebung.  Auch  die  übrigen  naturwissenschaftlichen