Die  Großherzoglich  Hessische  technische  Hochschule  zu  Darmstadt.  285

Das  Inventar  des  Instituts  ist  das  denkbar  vollständigste  und
wird  fortwährend  den  neuesten  Errungenschaften  der  Elektrotechnik
entsprechend  vermehrt.

Außer  dem  Vorstande  wirken  am  Institute  noch  2  Professoren
und  I  Privatdozent,  ferner  6  Assistenten,  1  Institutsinspektor,  1  Werkmeister,
  1  Feinmechaniker,  2  Schlosser,  1  Wärter.  Die  jährlichen
Einnahmen  aus  dem  Praktikum  schwanken  im  Durchschnitt  der  letzten
3  Jahre  zwischen  10000  und  11000  M.

3.  Das  chemische  Institut  (Vorstand:  Professor  Stacdel)  hat
3  große  Arbeitssäle  mit  zusammen  84  Arbeitsplätzen,  an  denen  ctwa
100  Praktikanten  arbeiten  können.  Der  Hörsaal  besitzt  196  Plätze.
Hervorzuheben  sind  die  Einrichtungen  für  Vorlesungsdemonstrationen,
Projektionseinrichtung  und  größere  Anlagen  für  elektrische  Versuche
im  Hörsaal,  sodann  sehr  vollständige  Einrichtungen  für  technische
und  wissenschaftliche  Gasuntersuchungen,  außerdem  Einrichtungen
für  physikalisch-chemische  Arbeiten.  Die  Einnahmen  aus  dem
Praktikum  schwanken  im  Durchschnitt  der  letzten  3  Jahre  zwischen
5000  und  6000  M.

4.  Das  chemisch-technische  und  elektrochemische
Institut  (Vorstand  Professor  Dieffenbach)  hat  einen  für  60  Hörer
berechneten  Hörsaal  und  vermag  ungefähr  ebensoviele  Praktikanten
aufzunehmen.  Jeder  Arbeitsplatz  ist  mit  Stromzuführung  und  allem
Zubehör  an  Meßinstrumenten  usw.  verschen,  sodaß  der  Praktikant  ın
der  lage  ist,  sich  jederzeit  für  seine  Arbeiten  ebenso  des  elektrischen
Stromes  zu  bedienen,  wie  er  sich  des  Gases  und  Wassers  zu  bedienen
gewöhnt  ist.  Die  jährlichen  Einnahmen  in  den  letzten  3  Jahren
schwanken  zwischen  2000  M.  und  3200  M.

5.  Das  Institut  für  organische  Chemie  (Vorstand:  Professor
  Finger)  hat  erst  durch  die  Neubauten  1902/03  eine  seinen
Zwecken  entsprechende  Unterkunft  gefunden.  Es  kann  nunmehr
28  Praktikanten  aufnehmen  und  besitzt  einen  Hörsaal  mit  59  Sitzplätzen.
  Auch  cine  Versuchsfärberei  ist  vorhanden,  ebenso  ein  kleiner
Garten,  in  dem  Färbereipflanzen,  Alkaloide  liefernde  Gewächse  u.  dergl.
für  die  Vorlesung  gezogen  werden.

6.  Das  Maschinenbau-Laboratorium  I  und  die  zu  crrichtende
  Mechanisch-technische  Versuchsanstalt  werden  räumlich
vereinigt  unter  Leitung  von  Professor  Otto  Berndt.  Im  Maschinenbaulaboratorium
  werden  gasförmige  und  flüssige  Brennstoffe  auf  ihre
physikalischen  Eigenschaften,  ihren  Heizwert  und  ihre  Ausnutzung  in
Ixplosionsmotoren  untersucht,  \erbunden  mit  den  zu  diesen  Zwecken