Die  Großherzoglich  Hessische  technische  Hochschule  zu  Darınstudt.  287

im  neuen  T.aboratorium  können  O—60  Studierende  gleichzeitig  beschäftigt
  werden.  Die  Übungsgelder  schwanken  in  den  letzten  drei
Jahren  zwischen  WO  und  1300  M.  jährlich.

8  Das  Maschinenbau-Laboratorium  III  (Vorstand  Prof.
Pfarr)  ist  zurzeit  noch  im  Bau  begriffen.  Seine  Einrichtungen  bestehen
  aus  teils  offenen,  teils  geschlossenen  Wasserführungen.  Die
zur  Verfügung  stehenden  Gefälle  sind:  6m,  20  m,  100  m,  500  m.
Für  jedes  Gefälle  ist  Gelegenheit  zum  Aufstellen  eines  oder  mehrerer
Wassermotoren  zu  Bremsversuchen,  Wassermessungen  usw.  Die
Leistungen  der  zu  bremsenden  \Vasserkraftmaschinen  können  bis  zu
(0  PS.  betragen.  Das  Laboratorium,  das  auch  zu  Demonstrationen  für
die  Vorträge  über  Hydraulik  benutzt  werden  wird,  kann  etwa  20—95
Studierenden  gleichzeitig  zu  Versuchen  dienen.  Außerdem  werden  in
dem  besonderen  Arbeitsraum  für  den  Institutsvorstand  noch  etwa
8  Personen  gleichzeitig  arbeiten  können.

9.  Das  botanische  Institut  mit  der  botanischen  Sammlung
  und  dem  botanischen  Garten  der  Hochschule  (Vorstand
Prof.  Schenck).  Die  Dotation  des  Institutes  beläuft  sich  jährlich  auf
800  M.,  wozu  noch  einige  hundert  M.  aus  den  Übungsgeldern  kommen.
Für  den  botanischen  Garten  sind  jährlich  3470  M.  ausgeworfen.  Neben
dlenı  botanischen  Institut  besteht  noch  ein  pharmakognostisches
Institut  mit  einer  pharmakognostischen  Sammlung.

10.  Das  mathematische  Institut  (Vorstand  Prof.  Wiener)
umfaßt  eine  Einrichtung,  wie  sie  bisher  noch  an  keiner  anderen  technischen
  Hochschule  oder  Universität  in  dieser  Weise  vorhanden  sein
dürfte,  nämlich  eine  mechanische  Werkstätte,  in  der  ein  als  Mechaniker
ausgebildeter  Assistent  in  fortlaufender  Arbeit  Modelle  für  den  mathematischen
  Unterricht  herstellt.  Die  Studierenden  der  Mathematik,
aber  auch  solche  der  technischen  Fächer  werden  in  mechanischen
Arbeiten,  wie  l.öten,  Arbeiten  an  der  Drehbank,  Gipsen  und  im
Herstellen  mathematischer  Modelle  unterwiesen.  Die  so  entstandenen
Modelle  einfacher  Art  werden  dem  Verfertiger  überlassen,  größere
und  bessere  Arbeiten  der  mathematischen  Sammlung  einverleibt.
Auch  verfertigen  fortgeschrittene  Studierende  außerhalb  der  Übungsstunden
  und  gegen  Entgelt  Modelle,  und  zwar  nicht  bloß  für  die  mathematische
  Sammlung,  sondern  auch  für  die  Zwecke  anderer  Lehrstühle,
  beispielsweise  für  Zwecke  des  Maschinenbaues,  der  Architektur
usw,  Die  reichhaltige  Sammlung  mathematischer  Modelle  hat
neuerdings  auch  für  den  Unterricht  an  anderen  Hochschulen  cine
Bedeutung  dadurch  gewonnen,  daß  von  den  wichtigsten  Stücken