Die  Herzugl.  technische  Hochschule  „Carolo-Wilhelmina“  in  Braunschweig.  2093

unserer  Anstalt  hat  sich  während  der  41  Jahre  ihres  Bestehens  als
eigentliche  technische  Hochschule  vielfältig  gewandelt.  Neben  den
noch  jetzt  bestehenden  Fachschulen  (cf.  unten)  gab  es  anfänglich
noch  solche  für  Hütten-  und  Salinenfach,  für  Forstwirtschaft,
für  Landwirtschaft  und  für  Eisenbahn-  und  Postfach.  Indessen
  kamen  diese  Fachabteilungen  sämtlich  im  Laufe  der  siebziger
Jahre  in  Fortfall.

Auf  der  andern  Seite  wurde  die  „Fachschule  für  Bau-  und  Ingenicurwesen“
  bei  der  Neuorganisation  1877  in  die  beiden  Abteilungen
  für  Architektur  und  für  Ingenieurbauwesen  gespalten.
Ferner  erfuhr  die  Abteilung  für  Maschinenbau  cine  reiche  Fntwicklung.
  Scit  Ende  der  achtziger  Jahre  vereinigt  diese  Abteilung
drei  Fachschulen  in  sich,  diejenige  für  „Maschinenbau“  im  allgemeinen,
  die  für  „Elektrotechnik“  und  die  für  „Textilindustrie“.
Eine  ähnliche  Entwicklung  erfuhr  die  „Abteilung  für  chemische
Technik“,  welche  gleichfalls  seit  Ende  der  achtziger  Jahre  die  drei
Fachschulen  für  „technische  Chemiker“,  für  „Nahrungsmittelchemiker"
  ynd  für  „Zuckerchemiker“*)  umfaßt.

Neben  dem  Hochkommen  der  technischen  Fachabteilungen  ist
die  allgemein  wissenschaftliche  Abteilung  zurückgeblicben  und  verkümmert.
  Im  Jahre  1862  wurden  die  I.chrfächer  in  folgende  drei
Gruppen  geteilt:  1.  die  vorbereitenden  Grundwissenschaften  und
Künste  (wo  z.  B.  im  Gebiete  der  angewandten  Mathematik  auch  die
gesamte  Mechanik,  d.  h.  einschließlich  der  „technischen  Mechanik“,
ihren  Platz  fand);  2.  die  praktischen  Fachstudien;  3.  dic  allgemein
bildenden  Studien.  Noch  uni  Jie  Mitte  der  siebziger  Jahre  stand  die
„Schule  für  allgemein  bildende  Wissenschaften  und  Künste“  als  erste
vor  weiteren  fünf  folgenden  „Fachschulen“.  Seither  hat,  nachdem
frühzeitig  die  „technische  Mechanik“  in  die  „Fachabteilungen“  übersiedelte,
  die  „allgemeine  Abteilung“  ihre  selbständigen  L.ehrziele  verloren
  und  an  selbständiger  Organisation  Einbuße  erlitten.  Die  in
dieser  Abteilung  zum  Vortrage  kommenden  Wissenschaften  werden
nur  unter  dem  Gesichtspunkte  und  in  dem  Umfange  behandelt,  als
ste  „Hilfswissenschäaften“  für  die  technischen  Vorlesungen  sind.  Die
der  alten  humanistischen  Überlieferung  entsprechende  Tendenz  nach
einer  intensiveren  und  selbständigen  mathematischen  und  allgemein
wissenschaftlichen  Ausbildungs  ist  geschwunden:  der  Schwerpunkt  der
Hochschule  ist  in  die  technischen  Fachabteilungen  verschoben.

*)  Späterbin  erweitert  zu  einer  l’achschule  für  „Gärungs-  und  Zuckerchemie“.