Die  in  der  Gründung  befindl.  Techn.  Hochschulen  zu  Danzig  und  zu  Breslau.  303

Diese  Summe  wird  voraussichtlich  noch  um  einige  hunderttausend
  Mark  überschritten  werden.

Im  Staatshaushaltsetat  von  1904  sind  auch  bereits  die  Gehälter
von  29  Professoren  (9  für  dreiviertel,  12  für  ein  halbes  Jahr)  eingestellt.
  Die  neue  Hochschule  wird  außer  den  Abteilungen  für  allgemeine
  Wissenschaften,  Architektur,  Bauingenieurwesen,  Maschinenbau
  und  Chemie  auch  eine  solche  für  Schiffbau  umfassen.

Neben  Danzig  kam  von  Anfang  an  auch  Breslau  als  Sitz  einer
neuen  Technischen  Hochschule  in  Frage.  Schlesien  ist  in  Folge  seiner
Ausstattung  mit  mächtigen  Kolhlenlagern  eine  industriereiche  Provinz
und  bietet  daher  für  eine  solche  Anstalt  unzweifelhaft  einen  günstigen
Boden.  Von  seiten  einer  Anzahl  industrieller  Unternehmungen  wurde
ein  beträchtlicher  Beitrag  —  etwa  dreiviertel  Million  Mark  —  zu  der
Errichtung  einer  Technischen  Hochschule  zugesagt,  und  die  Stadt
Breslau  erklärte  sich  zu  unentgeltlicher  Lieferung  des  Bauplatzes  und
anderen  Leistungen  bereit.  Man  machte  auch  geltend,  daß  namentlich
für  die  allgemein-wissenschaftliche  Abteilung  auch  die  Lchrkräfte
und  Institute  der  Universität  mit  herangezogen  werden  könnten.  So
kam  denn  die  Staatsregierung  diesen  immer  lebhafter  geäußerten
Wünschen  entgegen  und  es  wurde  beschlossen,  in  Breslau  eine  technische
  Hochschule  mit  nur  drei  Abteilungen  zu  gründen,  nämlich
außer  der  allgemeinen  einer  solchen  für  Elektrotechnik  nebst
Maschinenbau  und  einer  für  Chemie  und  Metallurgie.  Diese  Abteilungen
  sollen  übrigens  durchaus  auf  derselben  Höhe  stehen,  wie
die  entsprechenden  an  den  übrigen  Technischen  Hochschulen.  Im
Staatshaushaltsetat  von  1902  wurden  10000  M.  für  Vorarbeiten  bewilligt
  und  in  den  Jahren  1903  und  1904  im  ganzen  600  000  M.  als
Raten  für  den  Bau  eines  elektrotechnischen  und  eines  chemischen
Instituts  und  eines  Maschinenlaboratoriums  sowie  für  sonstige  vorbereitende

  Ausgaben.
L.