I.  Die  Königlich  Preußische  Bergakademie  in  Berlin.

I.  Gründung  und  Entwicklung.

Die  Königliche  Bergakademie  in  Berlin  ist  von  Friedrich  dem
Großen  im  Jahre  1770  sestiftet  worden.  Die  Vorlesungen  nahmen
Mitte  Oktober  desselben  Jahres  ihren  Anfang.

Im  Jahre  1774  müssen  die  l.chrer  der  neuen  Einrichtung  über
ihre  Vorlesungen  besonders  berichten.  Es  waren  dies  Ober-Bergund
  -Baurat  Gerhardt,  Professor  Gleditsch,  Professor  Walter,  sodann
die  Herren  Achard,  Schulze,  Bühling,  Weilandt,  Mönnich,  Klaproth
und  Karsten,  der  Oheim  des  berühmten  Eisenhüttenmanns.

Nachdem  im  Jahre  1810  die  Königliche  Friedrich  Wilhelms-Universität
  in  Berlin  gegründet  war,  wurde  die  größte  Zahl  der  Vorlesungen
  hier  abgehalten,  die  übrigen  dagegen  in  einem  eigenen,  mit
der  Königlichen  Bergverwaltung  verbundenen  Gebäude,  dem  Haupt-Bergeleveninstitut,
  wo  besonders  Hermstädt,  Döltz,  Fischer,  L.chmus,  der
jüngere  Karsten  und  Schultz,  später  von  Dechen  und  von  Carnall  lasen.

Als  indessen,  zuerst  durch  das  Gesetz  vom  12.  Mai  1851  betreffend
  die  Verhältnisse  der  Miteigentümer  eines  Bergwerks,  dann
durch  das  allgemeine  preußische  Berggesetz  vom  24.  Juni  1865,  das
alte  Dircktionsprinzip  des  Staats  verlassen  und  dem  Privat-Berg-  und
Hüttenwesen  die  Möglichkeit  einer  freien  selbständigen  Entwicklung
gegeben  war,  genügten  diese  bis  dahin  nur  für  die  Ausbildung  zumStaatsdienst
  berechneten  Einrichtungen  nicht  mehr,  und  es  war  das  Verdienst
des  Ober-Berghauptmanns  Krug  von  Nidda  im  Jahre  1860,  die  völlige
Wiederherstellung  der  alten  Bergakademie  und  die  Überweisung  eines
eigenen  Gebäudes  zu  erwirken.  Die  Bergakadenie  wurde  durch
allerhöchste  Ordre  des  damaligen  Prinzregenten,  späteren  Königs  und
Kaisers  Wilhelms  I.  vom  1.  September  1860,  von  neuem  ins  Leben
gerufen,  und  erhiclt  als  Sitz  die  sogenannte  „Alte  Börse“  am  Lust-