6  Die  Berg.ıkademien.

da  es  an  Hörsälen  für  die  Vorlesungen  und  an  Zimmern  für  die
Sammlungen  fehlte,  so  wurde  auf  dem  Grundstücke  der  ehemaligen
Königlichen  Eisengießerei  vor  dem  neuen  Tore  an  der  Invalidenstraße
  44  ein  neues  besonderes  Gebäude  errichtet  und  im  Herbst  1878
bezogen.  Nunmehr  machte  sich  die  Bergakademie  im  wesentlichen
unabhängig  von  den  Vorlesungen  an  der  Universität,  und  schließlich
blieben  nur  einzelne  juristische  Vorlesungen  und  Physik  dieser  noch
vorbehalten.

längst  war  die  Vorschrift  aufgehoben  worden,  die  Einschreibung
der  Studierenden  von  zuvor  an  der  Universität  gehörten  Vorlesungen
abhängig  zu  machen.  Die  Zahl  der  sich  der  Privatindustrie  des  Bergund
  Hüttenwesens  widmenden  jungen  Leute  überwog  sehr  bald  die
Zahl  derjenigen,  die  sich  zum  Staatsdienste  ausbildeten.

Hauchecorne  starb  am  15.  Januar  1900.  Sein  Nachfolger  ist  der
Geheime  Bergrat  Karl  Schmeißer.

Genauere  Angaben  über  die  geschichtliche  Entwicklung  der
Bergakademie  findet  man  in  dem  Programm  dieser  Anstalt  für  das
Studienjahr  1902/03.

Il.  Organisation  und  Ausstattung.

Die  unter  dem  Namen  „Königliche  Geologische  l.andesanstalt
und  Bergakademie“  vereinigten  beiden  Anstalten  samt  den  zugehörigen
Sammlungen  und  Einrichtungen  werden  einheitlich  verwaltet  und
unterstehen  der  Abteilung  für  Berg-,  Hütten-  und  Salinenwesen  im
Ministerium  für  Handel  und  Gewerbe.  Die  vereinigte  Anstalt  wird
von  dem  ersten  Direktor  mit  den  Befugnissen  des  Vorstehers  einer
Provinzialbehörde  geleitet.  Der  zweite  Direktor  ist  der  ständige  Vertreter
  des  ersten  Direktors  während  dessen  Behinderung.

Die  Königliche  Bergakademie  ist  eine  Tlochschule.  Sie  verfolgt
den  Zweck  einer  wissenschaftlichen  Ausbildung  für  das  Berg-,  Hüttenund
  Salinenwesen,  sowohl  für  diejenigen,  die  sich  dem  Staatsdienste
als  für  diejenigen,  die  sich  dem  Privatdienste  in  Verwaltung  und
Praxis  dieser  Felder  widmen  wollen.  Der  Unterricht  ist  im  wesentlichen
  nach  Jahreskursen,  welche  im  Herbst  jedes  Jahres  beginnen,
geordnet.  Das  Wintersemester  dauert  vom  16.  Oktober  bis  zum
15.  März,  das  Sommersemester  vom  16.  April  bis  Ende  Juli.  Die
Kinschreibungen  beginnen  2  Wochen  vor  Semesteranfang  und  dauern
}  Wochen;  die  Anmeldungen  bei  den  Professoren  und  Dozenten  be-