34  Die  Forstakademien.

1820  wurde  in  Berlin  eine  Forstakademie  in  Verbindung
mit  der  Universität  gegründet  und  zu  Ostern  1821  cröffnet,  nachdem
  W.  Pfeil  als  Professor  der  Forstwissenschaft  dorthin  berufen
war.  Für  die  übrigen  Unterrichtsgegenstände  wurden  die  Kräfte  der
Universität  herangezogen.  Es  lasen  z.  B.  Forstbotanik  Hayne,  T.ichtenstein
  Zoologie,  ebenso  war  Physik,  Chemie,  Bodenkunde,  reine  und
angewandte  Mathematik  und  Forstrecht  durch  Dozenten  der  Universität
vertreten.

Die  Anstalt  bewegte  sich  bis  1825  in  aufsteigender  Linie,  .von
da  ab  nahm  der  Besuch  ab,  Bei  Pfeil  trat  nun  der  Gedanke  in
den  Vordergrund,  die  Forstakademie  von  Berlin  in  eine  zum  Walde
günstiger  gelegene  Stadt  zu  verlegen  und  sie  zu  einem  völlig  unabhängigen
  Institut  zu  machen.  Dieser  Gedanke  gewann  mehr  und
mehr  Anhänger  und  führte  endlich  dahin,  daß  durch  Kabinetsordre
vom  27.  März  1830  die  Anstalt  nach  Neustadt-Eberswalde,  dem
heutigen  Eberswalde,  verlegt  wurde.

Die  Anstalt  wurde  zeitgemäß  fortgebildet.  Als  aber  1866  der
preußische  Staat  einen  erheblichen  Länderzuwachs  in  den  Provinzen
Schleswig-Holstein,  Hannover,  Hessen-Nassau  erfuhr,  wurde  eine
Forstakademie  nicht  mehr  als  ausreichend  angesehen  und  eine  zweite
in  Münden  gegründet.

Die  beiden  Forstakademien  als  solche  stehen  sich  gleichwertig
gegenüber,  die  eine  wie  die  andere  hat  aber  im  einzelnen  ihre  Besonderheiten
  im  Laufe  der  Zeit  erhalten.  Äußerlich  treten  diese  namentlich
  dadurch  hervor,  daß  der  Forstakademie  Eberswalde  die  Leitung
des  offiziellen  forstlichen  Versuchswesens  angegliedert  ist,  während  in
Münden  all  und  jede  wissenschaftliche  Arbeit  und  Forschung  in
unbedingt  freies  Ermessen  der  Dozenten  gestellt  ist.

Die  Ausbildung  der  Forstverwaltungsbeamten.

Die  preußischen  Forstbeamten  teilen  sich  in  zwei  Reihen,  eine
untere  und  eine  obere.  Die  Ausbildung  der  unteren  ist  in  der
Hauptsache  eine  rein  praktische  und  steht  in  Verbindung  mit  dem
Militärdienste  im  Jägerkorps.  Den  Beamten  dieser  Reihe  fällt  der
Forstschutzdienst  zu  und  die  Ausführung  der  Hauungen  und  Kulturen.

Die  obere  Reihe  der  Beamten  hat  den  Verwaltungsdienst  zu
versehen.

Der  Zutritt  zu  dieser  Laufbahn  ist  nur  demjenigen  gestattet,  welcher:

1.  das  Zeugnis  der  Reife  von  einem  deutschen  Gymnasium,  einem  deutschen
Realgymnasium,  einer  preußischen  oder  einer  dieser  gleichstehenden  außer-